5Buch/ 5 Kap. 269
wird/ die hier in Gesellschaft drei anderer weiblicherFiguren sizet. Diese Königin hat über ihr Unter-kleid sich in ein dünnes durchscheinendes Gewandeingewikclt/ welches nicht allein ihre linke Handvöllig einhüllet/ sondern auch über das Untertheil desGesichts bis über die Nase herausgezogen ist/ aufeben die Art/ wie wir den Kopf des in Stein geschnit-tenen Herkules seken. Wen also der Künstler die-ses Steins die ganze Figur des Herkules hättezeigen wolle«/ würde er dieselbe auf ähnliche Artgekleidet haben: den auch die Männer in Lydientrugen ein Gewand/ welches ihnen bis auf die Füßeging und hieß. Man nennete eS auch
überhaupt mit dem Beisaze das
dünne/ wie AthenäuS wider des CasaubonuSMuthmaßung muß gelesen werde»/ und also zugleichans dem obigen erläutert wird. -) Herkules/welcher zu ihr kömt/ lässet die rechte Hand auf sei-ner Keule ruhen / und mit der linken berühret erdie Kniee der Omphale/ wie diejenigen thaten/die etwas von anderen erbitten wollten. Zwischendiesen beiden Figuren schwebet eine kleine mänlicheFigur/ die ein Genius scheinet/ vielleicht aberMercuriuS sein könte/ welcher den Herkules derlydischen Königin verkaufet«!: ^) es würde jedoch die-ses der einzige MercuriuS mit langen Flügelnauf dem Rükcii sein/ der sich in alten Denkmalen. findet. Oder es kan dieses geflügelte/ völlig weisseKind die Seele deS vom Herkules erschlagenenJphitus vorstellen/ anzuzeigen/ daß die Aussöh-nung dieses Todtschlags die Ursache war/ warumHerkuleS/ nach dem Orakel des Apollo/ der
1) pollux, I. 7. c. i3. 60.
2) I.. 6. c. 16. 7V.^
Z) 1'raclün. v. 270. ^xollvä. !. 2. c. 6. Z. 2.