Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
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257
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5 Buch/ 5 Kap.

257

Ich bilde mir ein/ der Künstler habe hier den Her-kules abbilden wollen, wie er der ömphale,Königin in Lydieii/ dienete; und diese Muthmaßunggibt mir ein Kopf des Paris in der Villa Negroni/welcher bis an den Rand der unteren Lipe auf ebendiese Weise verhüllet ist/ so daß dieses eine Trachtscheinet, die bei den Phrygiern und LydierN/ alsmit einander gränzenden Völker»/ gemein gewesen,da diese beiden Völker von den tragischen Dichtern/nach dem Zeugnisse deSStrabo, mit einander ver-menget wurde«/ sonderlich da sie zugleich vomTantaluS beberschet wurden. ?) Ferner belehretuns Philostratus/3) daß die Lydier das Gegen-theil von den Griechen thaten/ und die Tkeile deSKörperS/ die diese unbekleidet zeigeten / mit einemdünnen Gewände zu verhüllen pffegeten/ so daß inErwägung dieser beiden Anzeigen meine Muthmaßungnicht ungründlich scheinen sollte.

K. 16. Diese Bemerkung von der Tracht der Ly-dier kan PhilostratuS selbst nicht gemachet haben:den dieses Volk war nicht mehr zu dessen Zeit/ sowenig als die Phrygier; und die Sitten der Ein-wohner dieser Länder in Kleinasien hatten damalseine ganz andere Gestalt angenommen; es mußtealso ein älterer Scribent die gewöhnliche Verhül-lung der Lydier anzeige»/ welcher aber nicht be-kaiit ist. -i) Unterdessen redet Eurip ides von einer

1) I.. x.ggi. xr!nc.

2) Stilen. !. 1^. c. ü. 21.^

3) I. 1. Icon. Z<i. x. 6c>3.

4) Daß die Lydier und überhauvt die Barbaren es snr eineSchande hielten, wen der nakte Körper ron einem an-dern war gesehen worden, erzählt schon Hero dot. (1^. >.c. 10 ) Vielleicht ist dieser von Philostratns beriik-sichtiizt. Aiever.