26o Geschichte der Kunst.
nämlich der Haare/ oder ein ähnliches Wort/ da»per dieSpize eines jeden Dinges bedeutet. Wiekönnen sich die Wurzeln der Haare vorwärts beu-gen? Der französische ttbcrsezer des PetroniuShat hier in seinen Anmerkungen einen Pu; von 'fremden aufgesezeten Haaren finden wolle»/ unterwelchen man die Wurzeln der eigenen und natür-lichen Haare entdeket habe: was kan ungereimtersein! ES kan auch ki-ons minim» beim PetroniuS/in Beschreibung der Gestalt der Circe/ mit demfranzösischen Übersezer nicht kroot pelit gegeben wer-den: den die Stirn kan breit sein / und zu gleicherZeit niedrig.
§. d. An dem Hauvte ist eine kurze Stirn denBegriffen der alten Künstler von der Schönheit der-gestalt eigen/ daß dieselbe ein Kenzeichen ist/ viel-mals eine neue Arbeit von der alten zu unter-scheiden. Durch eine hohe Stirn allein habe ichan manchem Kopfe/ den ich nicht in der Nähe be-trachten können/ erkant/ daß derselbe neu ist/ oderes hat mir dergleichen Stirn den ersten Zweifel wi-der dessen Alter erweket/ welchen ich hernach beimehrerer Untersuchung gegründet gefunden habe.
§. S. Zu Vollendung der Schönheit einer ju-gendlichen Stirn wird erfordert/ daß der Haar-wachs um die Stirn herum rundlich bis über dieSchläfe gehe/ um dem Gesichte die eiförmige Gestaltzu gebe»/ und eine solche Stirn findet sich an allenschönen weiblichen Personen. Diese Form der Stirnist allen idealischen und anderen jugendlichen Köpfe»der Alten dergestalt eigen/ daß man an keinen Fi-guren auch im mänlichen Alter die tiefen nnbewach-fenen Winkel über den Schläfen siehet/ welche inzunehmenden Jahren/ wen die Stirn hoch/ sich im-mer mehr zu vertiefen pflegen. Diese Bemerknngist von wenigen neueren Bildhauern gemachet/ und