Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
248
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Lis Geschichte der Kunst.

die eigene Anschauung, theils die Bemerkung deralten Seribenten lehret; dergestalt/ daß das Gegen-theil/ das ist: eine hohe Stirn von den Alten alshäßlich angegeben wird. Und gleichwohl ist eine >freie Stirn nicht so häßlich/ sondern vielmehr dasGegentheil. Die Erklärung dieses scheinbaren Wider-spruchs ist leicht zu geben: kurz soll sie sein an derJugend. Den da in der Blüthe der Jahre dieStirn insgemein kurz zu sein pfleget/ ehe der Haar-wachS auf der Stirn ausgehet und dieselbe bloß lässet:so hat die Natur selbst dem Alter der Schönheitdiese Eigenschaft verliehen/ welche also ohne Nach-theil der schönen Form nicht mangeln kan. ESwürde also wider die Eigenschaft der Jugend sein,ihr eine freie hohe Stirn zu gebe»/ welche aber demmän li chen Alter eigen ist. Um sich hiervon zu über-zeuge»/ darf man nur an Personen/ die eine niedrigeStirn haben/ die vorderen Haare mit einem Fingerbedekcn/ und sich die Stirn um so viel höher vor-stellen/ so wird/ wen ich so reden darf/ der Übel-klang der Proportion merklich werden/ und wieeine hohe Stirn der Schönheit nachtheilig sein kaii,wird deutlich in das Auge fallen. Selbst die Cir-cassierinen wissen dieseS/ und um die Stirn nochniedriger scheinen zu machen/ kämmen sie die abge-stuzeten Haare auf der Stirne von oben über die-selbe herunter/ so daß sie fast bis an die Augen-braunen reichen. Aus dem ArnobiuS kan manschließen/ daß diejenigen Weiber/ welche eine hoheStirne hatten/ über dieselbe ein Band legeten/ umdieses Theil des Gesichts dadurch niedriger scheinenzu machen.

») I.uc!an. amor. n.40.

2) 16. 6!al. incretr. 1. i. 3. x. 200. e6it.

Z) ^,6v. x. 72^