6 Buch/ 6 Kap. 2/^7
geraden Umrissen derselben. Das/ was die alte»Scribenten eine vierekichte Nase nennend) istvermuthlich nicht dasjenige/ was Zunius von einervölligen Nase ausleget/?) als welches keinenBegrif gibt; sondern es wird dieses Wort von be-sagetem wenig gesenketem Profile zu verste-hen sein. Man könte eine andere Auslegung desWortes vie reki cht geben/ und eine Nase verstehen/deren Fläche breit und mit scharfen Eken ge-arbeitet ist/wie die gi ust i n ianisch e Pallas/und die sogenante Vestale in eben diesem Palastehaben; aber diese Form findet sich nur an Statuen deSältesten Styls/ wie diese sind/ und an diesen allein/')§. 6. Nach Anzeigung der Schönheit des ProfilS/das ist : der schönen Form des ganzen Gesichts / umoben an dem Haupte anzufangen / lieget in der Be-schaffenheit der Stirne eine der vornehmsten Eigen-schaften schöner Bildung; und diese bestehet zumersten darin/ daß dieselbe kurz sei/ welches nn§ theils
1) ?I>iloslrat. Ilci-olc. c. 2. Z> 2, c. i v. Z. g.
2) Oe xictuiü vetcrum, I. Z. c. 9. Z. iZ.
Z) Man vergleiche SB. 2 K. 2 §. Note. Vorläus.Abbau dl. 4 K. S4 §.1
Es will sagen: vrovorti0nirte Nase«/ deren Breitemit der Länge im gehörigen Verhältnisse stehr. So nentLucianus (Iniagin. n. 6.) Siebelis.
4) Gewii; wollte der Autor an dieser Stelle nicht behaup-ten, die g in sti n i a ni scki e Pallas und die sogenanteBestalln ((^ollcria (^iustinisn. i. I. Z seien
Werke desselben alten Styls; den die Bestalin istviel älter und von einem noch ungebildeten Geschmake.lZ B. 2 K, §. Note.Z Die Minerva aber gebortzu den herlichstcn Bildern dieser Göttin und mag einächtes Werk des hohen Styls der griechischen Kunstsei». Meyer.