Geschichte der Kunst.
mensezung der Fi gnre n zu erinnern sein möchte.Hier waren die vornehmsten Regeln der allen Künst-ler erstlich die Sparsamkeit in Figuren,
Lehre, zwei Drit theile der ganzen Gestchtslänge,»der zweimal die Länge der Nase genommen unddas Ganze in vier gleiche Theile getheilt werden,i'o daß die pervendiculare, die Mitte des Gesichts be-deutende Linie in die Mitte eines solchen Theils fallt,der sodaii den Raum zwischen den Auge» ausmacht. Je-dem Auge wird ei» Theil oder eine halbe Nasen-lange gegeben, und ein halber Theil bleibt nun nochaus jeder äusser» Seite der Auge» nach den Schlä«sen zu übrig.
Hier wird der Künstler abcrmal der Vorschrift deZAutors nicht genau solgen können, uud sich genöthigtsehen, der Breite des Gesichts auf der äulscrnSeite der Auge» etwas zuzulegen, weil sonst dasOval im Ganzen zu län glicht erscheinen, und dieWangen nicht die gehörige Fülle bekommen dürsten;auch befindet sich die größte Breite des Gesichts wohlnicht aus der Linie der Augen, sondern etwas tie-fer, da wo die Bakenknochen am meiste» Ausla-dung habe». Einige der vortreslichsten antiken Körst,wie z. B. die kolossale Juno in der Villa Lndo-Vifi, halten an besagter Stelle nicht weniger als fünfAu gen län ge>: oder zwei und eine halbe Nasen-länge in der Breite.
Das Auge erhält die Hälste feiner Länge zurHöhe, nnd so viel beträgt auch der Raum vom obernA n g e n l i cd , man könte fagen , von dem S ch » ir t desAuges i-is zum Schnitt der Au g e n b r a u n e u,oder dem Ra»d des S t i r n k» o che n s. Da sich ausdem Vorige» zu ergebe» scheint, das! die Eintheilungdes Gesichts »ach Nasenlängc» u»d besonders nachLänge» der Augen, als der Hälste von jenen, be-quem ist und wenig Bruche veranlaßt, so darf man we-nigstens die Frage auswerfen, ob es nicht wohlgethanwäre, sich der A u g e n oder l> a l b e n N a s c lä ng e n zurBerechnung der V erha ltn i sfe des ganzcn mensch-liche» Körpers zu bedienen? Me>>er.