5 Buch, 4 Kap. 23 s
dem Größten bis auf die Geringeren/ eben dieselbenallgemeinen Grundsäze. Finden sich aber zuweilenAbweichungen in dem Verhältnisse/ wie an einemkleinen schönen Torso einer nakten weiblichen Figurbei dem Bildhauer Cavaeeppi in Rom / an wel-cher der Leib vom Nabel bis an die Cchaam unge-wöhnlich lang ist: so ist zu vermuthen/ daß dieseFigur nach der Natur gearbeitet worden/ wo dieserTheil also beschaffen gewesen sein wird. Ich willaber auf diese Art die wirklichen Vergeltungen nichtbemcinreln! den wen das Ohr nicht mit der Nasegleich stehet / wie es sein sollte/ sondern ist wie andem Brustbilde eines indischen BakchnS desHerrn CardinalS Alexander Albani: so ist die-ses ein Fehler/ welcher nicht zu entschuldigen ist.
ß. 8. Man muß gestehen/ daß die alten Künst-ler zuweilen in der Proportion gefehlet haben/ wiemir izo als ein Beispiel eine schöne erhobene Arbeitin der Villa Borghese einfällt, l) Hier ist dereine Arm zu lang an der weiblichen Figur/ welcherAuge den jungen TelephuS in Windeln reichet.ES ist in der Proportion sogar an schönen Kövfengefehlet, wie der eine Kopf der lächelnden Leuko-thea im Campidoglio zeiget/ an welchem die Obren/die mit der Nase parallel stehen müßen/ unterdieselbe heruntergehen. Die Unrichtigkeit der
O sDeukmale, Nnmero 7t.)
2) Der Autor meint hiev vermuthlich den im 5 B, t K.24 §. angeführten Kopf, und nent ihn Leukothea,weil er glaubte berechtigt zu sein, allen bakcliifchenmit der Stirn binde gezierten Kövfen, wen sie eini-germaßen u n ter sch i ed en e Züge haben, diesen Namenbeizulegen; seine Gründe sind aber unzureichend befun-den, Noch müßen wir erinnern, daß der augesiihrteKovf im Mufeo Cavitvlino nicht gerade einer von!cn zweideutigen ist, und von jeher für eiucnBakchus gegolten bat. Meyer.
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