23-j Geschichte der Kunst.
Zeichnung siehet man auch an einem sonst schönenKopfe der Venus' in der Villa Albani, welcherden erdenklichsten schönen Cvntur und den lieblich-sten Mund hat; das eine Auge aber stehet schief. ^In dem ganzen Verhältnisse stnd ein paar weiblicheFiguren in zwo herculanischen Gemälden offenbarfehlerliaft und viel zu lang. Wen aber der znruk-weich ende Fuß größer als der ruhende ist/ wie !ich dieses in der Geschichte der Kunst von einerägyptischen Statne und von dem Apollo im Bel-vedere erinnert habe: so bin ich izo noch mehr als !vorher überzeuget/ daß der Zusaz an jenem Fußedasjenige ersezeu solle»/ was der Fuß im Zurük-weichen zu verlieren scheinen könte. Am Laokoonhabe ich eben diese Ungleichheit der Füße bemerket/ja/ am Apollo ist auch das linke und zurükweicheii-de Bein selbst ein paar Zoll länger als das rechteBein, i) Ich könte dieses noch mit mehreren Bei- jspielen behaupten.
Z. S. Die Regeln der Proportion / so wie siein der Kunst von dem Verhältnisse des menschlichenKörpers genommen worden/ sind wahrscheinlich vonden Bildhauern zuerst bestimmet/ und nachher auchRegeln in der Baukunst geworden. 2) Der Fußwar bei den Alten die Regel in allen großen Aus-messungen/ und die Bildhauer sezeten nach derLänge desselben das Maß ihrer Statuen / und gabendenselben sechs Längen des FußeS/ wie VitruvinS
j) lMan vergleiche 2 U, 2K. »§. Note.?
2) Nach diese» Worten folgt im Terte der wiener Aus«gäbe die Parenthelis: „ daher das Wort Fuß in der„römischen Sprache auch von dem Maße flüssiger>, Sachen gebrauchet wird. I. >S> c. Zi. sccr. 74,)"
Da sie den Zusammenhang stört/ haben wir sie in dieNoten versejt. Meyer.