Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
230
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Geschichte der Kunst.

re/ welches sich deutlich an den Köpfen der Niobezeiget / i) und noch deutlicher an einigen fast kolos«salischen Köpfen / wie dergleichen von einer besticktenPerson bei dem Bildhauer Cavaceppi ist. EineBemerkung aber/ die der unsterbliche Grav CayluSvon den Köpfen alter Figuren machet/^) nämlichdaß dieselben insgemein sehr groß und stark sind/hat/ so viel ich urtheilen kan/ keinen Grund. ESsaget derselbe dieses bei Gelegenheit des Urtheilsdes Plinius über den ZeuxiS und über den En-phranor/ deren Köpfe und Gelenke stark gewe-sen sein sollen. Dieses Urtheil hätte von jenemberühmten Manne ohne Erläuterung als wenig be-deutend Übergängen werden sollen / sonderlich da ei-nem jeden/ der die Werke des Altertums mit Auf-merksamkeit betrachtet/ das Gegentheil deutlich er-scheinet. Den woher ist die ungereimte Sage ent-standen/ daß der Kopf des farne fischen Herku-les einige Meilen weit von dem Körper gefundenworden? Eben daher/ weil dieser Kopf dem pöbel-haften Begriffe von einem Herkules ziemlich kleingeschienen/ welches jedoch eben diese Kunstrichter anmehr als an einem Herkules auszusehen gefundenhätten/ sonderlich wen man dessen Figuren undKöpfe auf geschnittenen Steinen betrachten wollen.

I) Wcii die Figuren, wie solches bei der Familie derNiobc mag der Fall gewesen sein, an einer Wandoder in Nischen gestanden, so ist die vom Beschauerabgewandte Seite gewöhnlich weniger sorgsältig ausge-arbeitet; auch sehen wir häufig, daß die Niilseite sol-cher Figuren, die in Nische» stehen sollten, blos roh ent-worfen geblieben ist, weil diese Theile nicht zum Vor-scheine kamen. Me»er.

s) Du L.iract. Onccs, <Ii>ns !cs <Is

<1es Inscrlpt. t. 26. p. 206. Meyer.

Z) I,. 35. c. g. seet. ZK. n. 2. c. 11. scct, 40. n. 2Z. Fea>