Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
228
Einzelbild herunterladen
 

228

Geschichte der Kunst.

sind die Schenkel/ die Beine lind Füße; und soverhält es sich mit den Armen, Händen und Fußen.Eben dieses ließe sich von einigen andern Theilen/welche nicht so deutlich aus dreien zusammengesezetsind/ zeigen. Das Verhältniß unter diesen dreiTheilen ist im Ganzen wie in dessen Theilen, undes wird sich an wohlgebaueten Menschen der Leib/nebst dem Kopse/ zn den Schenkeln und Beinen mitden Füßen verhalte»/ wie sich die Schenkel zu denBeinen und Füßen/ und wie sich der obere Arm zudem Ellenbogen und zn der Hand verhält. Ebenso hat das Gesicht drei Theile/ nämlich dreimal dieLänge der Nase; aber der Kopf hat nicht vier Na-se»/ wie einige sehr irrig lehren wollen. ">) Derobere Theil des KopsS/ nämlich die Höhe von demHaarwachse an bis auf den Wirbel/ senkrecht ge-nommen/ hat nur drei Viertheile von der Längeder Nase/ das ist: eS verhält sich dieses Theil zuder Nase wie neun zu zwölf.

ß. 5. Wen wir mit dem VitrnviuS anneh-men/ daß in der Baukunst die Proportion der Säu-len von dem Verhältnisse des menschlichen Körpersgenommen worden/ und daß sich der Durchmesserdes unteren Schafts der Säulen zu ihrer Höhe ver-halte wie der Fuß zu dem ganzen Körper: so köntedieses nicht von der Natur selbst/ sondern von abge-bildeten Figuren gelten. Dcii an den ältesten Säu-len sowohl in Großgriechenland und Sicilieii/ alsauch in Griechenland selbst/ findet sich dieses Ver-hältniß nicht/ und die mehresten sind kaum fünfDurchmesser ihres unteren Schafts hoch. Da nu»

1) Watelet, NMex. sur la xeint. x. 65.

2) I.. 3. c. 1. §. 4.

Z) lMan vergleiche die An merk. üb. d. Vcrukunsi d.

Alten. §. 31. u. f.)