222 Geschichte der Kunst.
Plaze Navona; den die Figur der Heiligen ist viel-mehr häßlich als' schön/ ja/ der Kopf ist schief ge-zeichnet/ und dennoch ist die Gypssorm dieses Stiiks,n der französischen Akademie zu Rom zum Studioausgehänget.
§. 28. Mit der Malerei der neueren Zeitverhält es sich verschieden von der Bildhauerei/und jener ist die Vergleichung mit den Bildernder Alten nicht in gleichem Grade nachtheilig. DieUrsache ist vermuthlich/ weil die Malerei seit ihrerWiederherstellung mehr als die Bildhauerei geiibetworden/ und folglich weniger in dieser als in jenerKunst sich große Meister zu bilden Gelegenheit gehabthaben. Leonardo da Vinci und Andrea delSartv/ welche wenige Werke der Alten zu sehenGelegenheit hatten/ dachten und arbeiteten/ wiewir uns die griechischen Maler vorstellen müßen/und Christus mit den Pharisäern/ von derHand des ersteren/^) ist wie die Madonna del iSaceo von dem lezteren/ zu Florenz/ des Alter-tums würdigt) Ja/ in des Andrea Köpfen ist soviel
lige hat ein liebliches Profil aber etwas derbe Gliederund ist gegen die Soldaten vielleicht ein wenig zu kleingerathen; diese sind gute Figuren, im Gefchmake derer,die auf römischen Denkmalen vorkommen. Me»er.
t) Dieses berühmte Bild mit Halbfignren befand sich sonstin der Galerie Borg Hefe A l d o b r a n d i n i zu Rom,und soll nun in England sei». Die reine Form undder Ausdruk am jungen Christus ist gauz vortreflich;die Kopfe der Pharisäer voll Charakter und wiebelebt; auch das Colorit erscheint hier muntcrer und blü-hender als in andern Werken von da Vinci, Me»er.
2) Die fogenailte Madonna del Sacco ist im Kreuz-gange des Klosters della S, Annnnziata in einer sLunette über der Thüre/ welche in die Kirche fuhrt, alfrcfco gemalt. Andrea del Sarto hat, wie es