Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
221
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s Buch/ Z Kap.

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daß Michael Angelo die Brüke zu dem verderb-ten Geschmake auch in der Bildhauerei angelegetund gebauet/ betrachte unter anderen dessen erhobe-ne Arbeit in Marmor/ bei dem Bildhauer Herr»Bartholomä Cavacepvi/ welche den Apollovorstellet/ wie er den Marsyas schindet. DiesesWerk ist das Gegentheil von allem guten Geschmake/und mein Urtheil kau ich besonders rechtfertigen imAngesichte der Modelle dieses großen Künstlers, vondenen eben dieser Bildhauer eine seltene Samlunggemachet hat: den diese offenbaren dessen Geist amdeutlichsten/ und eS zeiget sich überall dessen Wild-heit. Wie unvollkommene Begriffe der berühmt«Algardi von der jugendlichen Schönheit gehabthabe/ beweiset dessen bekaüteS erhobenes Werk derh. Agiiesc/ in der Kirche gleiches Namens, am

4) Aus der Kirche leitet eine Treve hinunter in die Gewölber,nio das Wunder sich sott ereignet haben, daß der h, Aguesedie Haare augeubliklich in solcher Fülle und Länge ge-wachsen, als nöthig war, um ihre Naktheit zu bedeken.Es sind kleine Kammern, welche wie ein altes Bad aus-sehen; im Fußboden der einen Kammer befinden sich nochSinke von antik scheinender grober Mnsaik nebft Restenvon Inschriften, welche von Grabmalen herrühren. Hiersteht auf dem Altare zunächst an der Trepe das erhobeneWerk von Algardi, dessen der Autor.gedenkt, undstellt das erwähnte Wunder der schnell gewachsenen Haarevor. Die Heilige geht zwischen Soldaten gebükt einher,die Hände kreuzweise über die Brust geschlagen, welchesie damit verbergen will. Rüken und Sckooß sind mitden lang Vom Haupte herabfließenden Haaren bedekt; dervor ihr her gehende Soldat wendet sich gegen sie um mit er-grimten Bliken; zwei andere Soldaten, welche nachfolgen,sehen gleichgültiger aus. Im Betracht der Erfindungund Anordnung hat .Algardi an diesem Werk ebenkeinen großen Auswand gemacht, aber die sämtlichen Fi-guren sind gut gezeichnet und weich behandelt; die Hei-