S2S
Geschichte der Kunst.
lcr, ferner den Kopf der bcschriccncn h. Susan navon Fiammingv/ und den von der h. Bibi-ana des' Bcrnini/^) als welche Statue allezeitangeführet wird vo» denen/ die diesen Künstler er-heben wollen. Derjenige/ dem eS zu hart fcheinct,wen ich an einem andern Orte mich merken lassen,
!) Die l>. Susanna des Fravz Quesnoy, genailtFiammingo/ steht in der Kirche Madonna di Lo-rctto zu Rom, und ist eine marmorne Statue etwa inLebensgröße oder wenig darüber; Kroue und Zepterliegen zu ihren Füßen, in der Rechten hält sie einenPalnizweig, und mit der Linken soll sie vermuthlich auf Kroueund Zepter zeige», sie weist aber eigentlich darüber hinaus.Die Arbeit an diesem Werke ist sehr sorgfältig ; der Styl derFormen neigt sich zum Zarten, Schönen, Edlen; dieZeichnung ist wohl verstanden, die Verhältnisse uutade-lich, der Kops von reizenden Zügen, die Wendung derFigur sehr angenehm. Das Gewand hat im Ganzeneine hübsche Anlage, nur sind die Massen nicht reinund rnhig genug. M«»er.
S) Die Statue der h. Bibiana steht zu Rom in der Kir,che dieses Namcns, und wird sur das Meisierstük desLorenzo BerniAi gehalten. Es ist eine ungefährlebensgroße Figur aus weissem Marmor, äusserst fleissiggearbeitet, geglättet, unterhöhlt; die Fleischparthicn uuge-inein weich und zart behandelt. Nimt man Rücksichtaus die Erfindung an diesem Werke, so ist solche imGrunde poetisch und gut: der Künstler wollte seine Hei-lige vorstellen, gen Himmel sehend mit Entzüken undFreude in» Genusse der Seligkeit; aber dieser Gedankeist nicht mit der erfoderlickien Würde ausgeführt; eserscheint in der h. Bibiana nichts weiter als einereizende jugendliche Figur, mit hübschem Gesichte undzierlichen Händen, die aber durch ihre Wendung undZüge mehr irdisches Wohlsein und Vergnügen, alsdie fromme Freude einer Heiligen ausdrükr, DaZGewand ist artig angegeben, hat aber nach des MMcrZgewohnter Weise sehr unordentliche/ tiefe Falten. N!e»er>