5 Buch/o Kap. 217
Michc tanzmeistermäßige Gratie angebracht/ dieden rükstehenden Fuß vielmals auf den Zehen alleinruhen lässet / als welcher bei den Alten nur imSchreiten oder Laufen/ niemals aber in der Ruhe/also stehet. Wen aber Philoktetes auf einer er-hobenen Arbeit/ die ich besize, und in den altenDenkmalen beigebracht habe/i) den rechten Fußalso hält / ist dadurch dessen Schmer; von dem Bisseder Schlange ausgedrillet/ welcher ihm nicht erlau-bet/ auf denselben zu treten.
§. 26. Diese Kentnisse und Betrachtungen überdie Action sind bei denen/ welche anfangen/ Werkeder Kunst zu untersuchen / in gewisser Maße nöthigerzu achten/ als selbst die Begriffe der Schönheit/weil jene begreiflicher/ auch für diejenigen faßlichersind/ die die Empfindung des Schönen nicht imhohen Grade haben. Hier ist in Vergleichung alterund neuer Werke der Unterschied so deutlich/ daßdiese das Gegentheil von jenen zu sein scheinen/und ein jeder wird gewahr/ daß die mehresten neue-ren Künstler/ sonderlich Bildhauer/ nach entgegen-gesezeten selbst entworfenen Regeln gearbeitet haben.Diese haben mit solchen Grundsäzen die Kunst zuverbessern in guter Zuversicht geglaubet/ und habensich eingebildet/ daß dieselbe/ wie verschiedene andereKünste/ in der Action nicht zu ihrer völligen Fein-heit gelanget sei. Eben daher sind die Nachfolgerdes RaphaelS von demselben abgegangen/ und die.Einfalt/ in welcher er die Alten nachgeahmet/ ist
t) INnmero Sie kam »ach des Autors Ableben in die
Villa Albani. Eine richtigere Abbildung findet manin den Nonuniens >Iu HIu5>:e , l. 4.
pl. i>. wo aber Wiuckelnians Auslegung mir Grün-den bestritten «und.das Werk <ür die Vorstellung einesOpfers andie Miner v a ausgegeben wird. M e>> e r«Winckelma». <j. 10