212 Geschichte der Kunst.
rühmte Nömer einen langen Bart hat/ dessen Bild-nissen zuwider, die sich sowohl auf Münzen als inMarmor von ihm finden, l)
§.21. Den Grundsäzen der alten Künstler vondem Wohlstande zufolge/ kan ich mich nicht überre-den/ daß unter den Figuren an dem Fronton desTempels der Pal las zu Athen Kaiser Hadrianusvorgestellet sei/ wie er eine weibliche Figur umfas-set/ welches uns Pococke versichert.-) Dieseswürde wider die Würdigkeit eines Kaisers und desOrtS gedacht sein/ und ich glaube nicht/ daß wederHadrianuS noch dessen Gemahlin Gabi na hierabgebildet worden/ welches Svon zuerst will ent-deket Habens) den in Kentniß dieser Art getraueich mich nicht/ diesem Seribenten nachzusprechen.
§.22. Hier ist auch zu erwägen/ daß überhauptalle ausgelassene Leidenschaften sonderlich ans öf-fentlichen Werken der Kunst verbannet waren/und daß in öffentlichen Denkmalen derjenige AuS-druk der Leidenschaften nicht statt finde/ welcherausser demselben in anderen nicht öffentlichenWerken sehr anständig sein kan. Und dieses alsbewiesen angenommen / kan zugleich als eine Negeldiene»/ untergeschobene Betrügereien von dem wah-ren Altertume zu unterscheiden / wie man dieses an-wenden kan bei einer Münze beim Occo und Mez-zabarba/4) auf welcher ein Assyrier und eine As-syrien»/ an einem Palmbaume gebunden / erscheine»/
1) M. Agrivpa hat aus diesem Werke keinen Bart; wohlaber der Baumeister und ein Soldat. Fea.
2) Oescrip!. of tlie Las!, vol. 2. xsrt. 2. z>. i6Z>Z) t. 2. 112.
4) Valois, Okserv. 8ur 1e8 mvtZ. cle »5».
les Nein. 6s t. 16.