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und bei Thieren der Zustand/ welcher uns fähig ma-chet/ die wahre Beschaffenheit und Eigenschaften der-selben zu untersuchen und zu erkennen / so wie manden Grund der Flüsse und des Meeres nur entdeket/wen das Wasser still und unbeweget ist; und folglichkail auch die Kunst nur in der Stille das eigentlicheWesen derselben ausbrüten.
ß. Da aber im Handel» und Wirken diehöchste Ruhe und Gleichgültigkeit nicht statt findet/und göttliche Figuren menschlich vorzustellen sind:so koiite auch in diesen der erhabenste Begrif derSchönheit nicht beständig gesuchet noch erhalten wer-den. Aber der Ausdruk wurde der Schönheit gleich-sam zugewäget/ und diese nzar bei den alten Künst«lern die Zunge an der Waage des Ausdruks/ undalso die vornehmste Absicht derselben/ wie das Cin:-bal in einer Musik/ welches alle andere Instrumen-te/ die jenes zu übertäuben scheinen/ regiret; undso wie wir das Getränk/ welches größtentheils mitWasser vermischet ist/ Wein nennen- eben so sollauch die Gestalt/ wen gleich der Ausdruk die Schön-heit überwiegen würde/ schön heissen können. Auchhier offenbaret sich die große Lehre des Empedo-kleS von dem Streite und der Freundschaft/ durchderen gegenseitige Wirkung die Dinge in der Weltin den gegenwärtigen Zustand gesezet sind: l) dieSchönheit würde ohne Ausdruk unbedeutend heis-sen können/ und dieser ohne Schönheit unange-nehm/ aber durch die Wirkung der einen in denandere»/ und durch die Vermählung zwoer widrigenEigenschaften erwächset das rührende/ das be-redte/ und das überzeugende Schöne.
§.6. Die Ruhe und Stille ist zugleich als eineFolge der Sittsamkeit anzusehcn / welche die Grie-
i) Lruckori ci'it. jiliilus. r, I p, i i i/>, Meyer.
Winckelman. 4. 3