tss Geschichte der Kunst.
auf mittelmäßig gearbeiteten Werken finden/ wieein Aufzug des Bakchus ist/ in einem Saale desPalastes Albani/ wo ich zwo weibliche Larvenniemals genug betrachten kan; und dieses dienet zur !Belehrung derjenigen/ die sich alle Larven derAlten scheußlich vorgestellet haben.
§> 26. Ich endige diese allgemeine Abhandlungvon der Schönheit der Bildung und der Formenmit der Schönheit der Larv en/ deren Benennunguns' den Begris von etwas Vcrstclletem zu gebenscheinet/ damit der Schluß ans die allgemeine Kent-niß und Bildung des Schönen bei den Alten vondem/ was kaum derselben würdig scheinen köüte/bis auf höhere Vorwürfe desto begreiflicher werde;und dieser Schluß kau um so viel gültiger sei»/ dadas angeführete Werk der Larven von einer Be-gräbnißurne/ dem geringsten alter Werke/ genommenworden. ES kau' auch keine von allen Betrach-tungen dieser Geschichte allgemeiner werde»/ als eSdiese ist, weil dieselbe auch entfernet von den Schä-zen des Altertums geprüfet werden kan / da hingegendie Untersuchungen/ die den AuSdruk/ die Action/die Bekleidung und den Styl insbesondere betreffen/allein im Angesichte der alten Werke selbst anzustel-len sind. Den von den hohen Begriffen in Köpfender Gottheiten kan alle Welt sich einen Begrif ma-chen aus Münzen und geschnittenen Steinen / oderderen Abdrüken/ welche auch iu Ländern zu habensind/ womn niemals ein vorzügliches Werk einesgriechischen Meißels gekommen ist. Ein Jupiterauf Münzen Königs PhilippnS von Macedonien/der ersten Ptolemäer/ imgleichen des PyrrhuS/sind nicht nnter der Majestät seiner Bildung inMirmor: d'r Kopf der Ceres auf silbernen Mün-zen der Stadt Mtapontum in Großgriechenland /und der Kopf der Proserpina auf zwo verschie-