5 Buch / 2 Kap.
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Eben dieses kan noch mehr von den Delphinengesaget werden/ welche/ so wie dieselben auf altenWerken vorgestellet werden/ sich in der Natur nichtfinden: unterdessen/ ist die Gestalt der erdichtetenDelphine als wirklich von allen neueren Künstlernangenommen worden.
§. 25. Bei Gelegenheit der weiblichen ideali-sche» Schönheiten/ kan ich nicht unterlasse»/ derLarven dieses Geschlechts zu gedenken/ von wel-chen sich Bildungen der höchsten Schönheit/ auch
Gebilde über die blöke Natnrwahrheit poetisch erhob.Diejenigen aber irren sehr, welche meine»/ die Knnsthabe/ statt der Löwe»/ ein anderes selbst erdachtesGeschöpf untergeschoben. Sie hat an den Löwen wedermehr noch weniger gethan als an andern Thieren/ undan den Thieren überhaupt nicht mehr als an denMensche»/ den es läßt sich mit eben so große»! Scheinevon Wahrheit sagen/ die antiken Statuen seien vonden wirklichen Mensche» verschiede»/ als man be-haupten kaii/ die Bilder von Löwen aus dem Alter-tume seien wahren Löwen unähnlich. Der Koloßdes Phidias auf Monte Cavallo zu Rom wirdeinem erbärmliche»/ gedrillte»/ hungrigenSpießbürger wahrhaftig »icht mehr ähnlich sehe»/als der große liegende Löwe vor dem Arsenale zuVenedig/ oder der stehende/ erhoben gearbeitete aufder Tr epe im Palaste Barberini zu Rom / einemarme»/ abgeguältc» Löwen in einer Mena-gerie ähnlich sieht. Mever.
1) Durch die aus den Anmerkungen zur Kunstge-fchichte entlehnte»/ hier ki»gcschobc»cn §. 2Z und 24,ist der Zufammenhgttg zwischen §. 22 und 25 in et-was unterbrochen. Weil aber des Autors Bemerkungenüber die P o r tr ä t fi g u r e n der Alten und über ihreidealische Bildung der Thiere nirgends einen pas-sendere» Plaz finde» konte», als gerade hier: so schienes uns rathsamer/ den Zusammenhang in etwas zu stö-ren/ als jene Bemerkungen ganz aus dem Terre zuverbannen und in die Not en zu verweisen. Meyer.