186
Geschichte der Kunst.
scheu/ spanische»/ neapolitanische» und englische»Pferde seiner gebauet sein nnd mehr Gelenksamkeitund Leichtigkeit zeigen. Einige andere Thiere, son-derlich Löwen/ haben die alten Künstler idealischgebildet/ welches zum Unterrichte dienet für die-jenige»/ denen die Löwe» in Marmor von demGeschöpft wahrer Löwe» verschieden scheinen. >)
antiken Bildern der Pferde, der zwischen den Kunstlieb-habern und P serd ekenner n obwaltet, wird schwer-lich zu schlichten sein. Den anders urtheilt der an denschönsten und edelsten Formen der Kunstwerke gebildeteGeschmak, und anders derjenige/ welcher das Seltene,Nüzliche oder vielleicht blos das Herkömliche vorzuziehengewohnt ist. Ein englisches Pferd ohne gestuzten Schweifwurde diesem mißfallen, da hingegen jener das Abschnei-den des Schweifs für ein a» der Natur begangenes Ver-brechen ansteht. Man könte sagen, daß dieselbe Verfchiodenheit der Meinungen auch iu Rüksicht der Wohlgestaltder Menschen hersche. Die von der ganzen Stadt fürdie schönste gehaltene Frau dürste selten auch vomKünstler dafür erkaüt werde». In der Armee wirdohne Zweifel ein Flügel »tan für einen sehr schönenMail gelten, weil er der hervorragendste ist;Maler und Bildhauer möchten aber in demselbennur selten auch das wohlgestaltetste Modell finden,und sie werden es mit bessern« Erfolge unter den mitt-lern Gestalten suchen. Es wäre nicht schwer, noch eineMenge Beispiele dieser Art vorzubringen, ohne darumdie Streitfrage der Entscheidung näher zu rüken. Genug!das Pferd des Marcns Aurelius auf den, Cavitolioist v o rtr eflich er, als alle die von neuern Künstlernverfertigten; doch nicht von so seinem, zierlichemund behendem Aussehen, als die Pferde der beidenValbus zu Portici, und diese müßen wieder den vierPferden weichen,, die das Portal der St. MarcuS-kirche zu Venedig zieren. M e»er.t) Der Autor hat Recht, wen er sagt, die Löwen derAlten leien idealisch gebildet. Sie sind es in derThat, in so fern die alte Kunst schaffend ein jedes ihrer