Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
155
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5 Buch, 2 Kap.

dem Palaste Barberini. Ein gleichfalls kolos-salischer Kopf derselben in eben diesem Palaste komtdem erstgedachten Kopfe an Schönheit nicht bei.

i> Jezo im Mnseo Pi o-C lem c ntin v. Visconti(l. tav. 2.) sucht zu beweisen, daß der Kovspuz derJuno von der Art sei, wie ihn Eustathius s->cl Oio-H)'S> ?erieg. V. 7.) beschrieben und genant bat. Fea.

Z) Der angesührte barberinische kolossale Iun 0 k 0 ps isteigentlich nur ein Fragment von guter Arbeit, ver-mittelst vieler modernen Ergänzungen zu einer Büstegestaltet.

Ein herlicher Kopf der Juno, etwa in dopelter Na-turgröße, steht neben ander» antiken Denkmalen in ei-nem Zimmer an der florentinischen Galerie. Derselbeträgt eine Art von Krone oder hohem Diadema, obenmit flachen Ausschnitten, die in Spizen endigen mitkleinen Knöpfen geziert; auf der Fläche des Diademssind Rosen. Es ist eine schrekbare Größe, Hoheit undErnst in diesem Gesichte; der Styl überhaupt strengerals in irgend einer andern uns bekante» Juuo. DieAugenlieder liegen weit über die Augäpfel vor, und ha»ben eine beinahe schneidende Schärfe; um die Lipenläuft ein Rändchen, wie man auch an einigen M i n e r,ven des hohen St«ls, der Amazonen u.s. w. gewahvwird; hier aber ist solches vorzüglich stark angedeutet,und so sind auch alle andern Theile des Gesichts großgeformt, sehr entschieden, mehr znm Bedeutenden, Eki-gen als zum Runden und Fließenden geneigt. DieHaare sind gleich von der Stirne an sehr tief ausgehöhlt,und wiewohl die Arbeit von etwas anderer Art ist, alsan den drathartigen Haaren der sichersten Denkmaledes hohen Stnls der griechischen Kunst, so verberge»»sich doch wenigstens die Svuren der Nachahmung dersel-ben nicht, und es mag uns aleo in diesem Werke diewürdige Covie eines großen, vielleicht bronzenen Meister-stüks erhalten sein. Da, wie gedacht, die Haare sehrtief ausgetrieben sind, so hat der Künstler hin und wie-der zwischen den Loken zum Halt ein wenig Marmor ste-he» lassen. Aus de» durchbohrten Shrlapche» läßt sichschließen, daß dieser Kopf mit Ohrgehängen geziert war.