Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
146
Einzelbild herunterladen
 

iZ>6 Geschichte der Kunst.

sei/ durch den Widerstand der Materie nicht habekönnen erreichet werde»/ bilden das weiblicheGeschlecht. ES ist auch noch ein anderer Grund,woraus sich eben so leicht begreifen lässet/ daß dieBetrachtung sowohl als die Nachahmung der Schön-heit der Natur weiblicher Statuen wenigere Müheerfordere) und dieser ist/ weil die niehresten Göttinennicht weniger als alle Heldinen bekleidet sind/ wieich auch unten in der Abhandlung von der Beklei-dung von neuem anmerke; da hingegen die meh«-sten Statuen unseres Geschlechts unbekleidet vorge-stellet worden.

§. 2. Man merke jedoch / wen ich von der Ähn-lichkeit des Nakcnden weiblicher Figuren rede/ daßdieses von dem Gewächse zu verstehen sei/ und ichschließe dadurch den verschiedenen Charakter in denKöpfen nicht anS/ als welcher in einer jeden Göttinsowohl als an den Heldinen besonders ausgedrilletworden/ so daß die oberen Göttinen nicht weni-ger als die subalternen/ wen sie auch der ihnengewöhnlich beigelegeten Zeichen beraubet worden,kentlich sein können. An Göttinen ist so wie anGöttern die Gestalt bestimmet und beständig beob-achtet. Mit diesem einer jeden eigenen Charakterin dem Gesichte haben die alten Künstler die Schön-heit in ihrem höchsten Grade zu verbinden gesuchet,bis auf die weiblichen Larven/ denen sie dieselbeebenfalls eingedrüket haben.

§.3. Unter den Göttinen stehet Venus billigobenan / als die Göttin der Schönheit/ und

Aristoteles, daß die Wirkungen, da sie auf das» Vollkommene auch in der menschlichen Bildung gehen,i, weil dieser Endzwek, welches das mäiiliche Geschlechtsei, nicht habe können erreichet werden, bilde dieselbedas weibliche Geschlecht. "Z