142 Geschichte der Kunst.
chen die Hände küssen. Noch weiter aber von derWahrheit und von der Schönheit des jugendlichenAlters hat sich Nikolaus Poussin entfernet ineinem Gemälde des Herrn Ludwig Vanvitelli,königlichen Baumeisters zu Neapel, wo TheseuSden von dessen Vater unter einem Steine verborge-nen Degen und den Schuh in Gegenwart seinerMutter Atbra entdeket, welches im scchzehentcnJahre seines Alters geschahe. Den hier erscheinetderselbe bereits mit einem Barte und in einem mcin-lichen Alter, welches aller jugendlichen Nundlichkeirberaubet ist. Ich will der Gebäude und eines Tri-umphbogens nicht gedenken, die sich nicht im gering-sten mit den Zeiten des TheseuS reimen.2)
§. ^3. Der Leser verzeihe mir, wen ich wieder-um jenem Dichter von der Malerei sein ftl- !scheS Vorurtheil zeigen muß. ES sezet derselbe >unter vielen ungegründeten Eigenschaften der Naturder von ihm sogenanten Halbgötter und Helden, inWerken der alten Kunst, von Fleische abgefalleneGlieder, dürre Beine, einen kleinen Kopf, kleine
») Oallimück! sraßmcnt. a Li>ntl, cvllcct. n. 66. p. 322.
I^cupliron. V. IÄ22. Feg.
tDenkmale, Nnmero Sü. ü
2) Dieses Gemälde P o u ssin s, oder cm durchaus ähnliches,befindet sich in der floreutiuischen Galerie. Die Vor>würfe, welche der ?lutor demselben macht, sind Wder That gegründet, den Thcseus bat eine» ziemlichstarken Bart, und der Grund des Bildes ist mit ansehwlichen Ruinen geziert, wo äusserst unvassend ein Bogenmit korinthischen Pilastern vorkomt, Indessen ist dieserlandschaftliche Grund gerade der schäzlmrsteTheil des Mdes, deil die Figuren stnd weder gut gedacht und ge>ordnet, noch mit Sorgfalt gezeichnet. Mever.
Z) ^ Vatclet, I srl xciridre, rvüellons sur 1- 5tions.