Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
143
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5 Buch, 1 Kap.

Hüften, einen kleinen Bauch, kleinliche Füße undeine hoble Fußsohle. Woher in der Welt sind dem-selben diese Erscheinungen kommen? Hätte er dochschreiben mögen, was er besser verstanden!

ß. Jenen Begriffen der alten Künstler vonder Schönheit der Helden gemäß hätten die neuerenKünstler die Figuren des Heilandes bilden, unddenselben also der prophetischen Weissagung ähnlichmachen sollen, die ihn als den Schönsten derMenschenkinder ankündiget.^) Z» den mehre-ßcn Bildern aber, um vom Michael Angelo an-zufangen, scheinet man die Zdea von den barbari-sehen Arbeiten der mittleren Zeit genommen zu ha-ben, und man kan nichts Unedleres von Gesichts-bildung als solche Köpfe des Christus sehen. Wieweit edler Raphael gedacht hat, siehet man in ei-ner kleinen Originalzeichnung desselben, die sich indem königlichen farne fischen Museo zu Neapelbefindet, und die Beerdigung des Heilandesvorstellet, wo das Haupt desselben die Schönheit ei-nes jungen Helden ohne Bart zeiget. HannibalCaracci ist der Einzige, so viel ich weiß, der ihmgefolget ist, 2) in drei ähnlichen Gemälden von ebender Vorstellung, wovon sich das eine in izo gedach-tem Museo, das andere zu S. Francesco a Ri-pa zu Rom, und das dritte in der Hauscapelle desPalastes Pansili befindet. Sollte aber eine solcheBildung des Heilandes, wegen d-'r angenom-menen bärtigen Gestalt desselben, eine anstößigeNeuerung scheinen können: so betrachte der Künstlerden Heiland des Leonardo da Vinci, undsonderlich einen wunderbar schönen Kopf von derHand dieses Künstlers, welcher sich in dem Kabi-

44. V. z. F e a.

2) l,Man vergleiche 5 B, 3 K- 2S §,Z