4-w Geschichte der Kunst.
an dem irrig sogenanten Fechter des Agasiasvon Ephesus/ in der Villa Borghese, dessen Ge-sicht offenbar nach der Ähnlichkeit einer bestickte»Person gebildet worden: die sttgesörmigen Muskelnin den Seiten sind unter andern erhabener, rühren-der/ und elastischer als in der Natur. Noch deut-licher lasset sich dieses' zeigen an eben diesen Muskelnam Laokoon/ welcher eine durch das Ideal erhö-hete Natur ist/ verglichen mit diesem Theile desKörpers an vergötterten und göttlichen Figuren/ wieder Herkules und Apollo im Belvedere sind.Die Regung«dieser Muskeln ist am Laokoon überdie Wahrheit bis zur Möglichkeit getrieben/ und sieliegen wie Hügel/ welche sich in einander schließen,um die höchste Anstrengung der Kräfte im Leidenund Widerstreben auSzudrüken. In dem Rumpfedes vergötterten Herkules ist in eben diese»Muskeln eine hohe idealische Form und Schönheit;aber sie sind wie das Wallen des ruhigen Meeres,fließend erhaben / und in einer sanften abwechselndenSchwebung. Im Apollo/ dem Bilde der schönstenGottheit/ sind diese Muskeln gelinde/ und wie eingeschmolzen GlaS in kaum sichtbare Wellen geblasen/und werden mehr dem Gefühle als dem Gesichteoffenbar.
§. 4t. In allen diesen Betrachtungen war dieSchönheit allezeit die vornehmste Absicht der Künst-ler/ und die Fabel nebst den Dichtern berechtigtesie / in Bildung auch der jungen Helden bis zurZweideutigkeit des Geschlechts zu gehen/ wie ich vomHerkules angezeiget habe/ und wie in der FiguröeS Achilles geschehen konte/ welcher vermöge derReizungen seiner Gestalt/ und in weiblicher Klei-dung unter den Töchtern des LykomedeS/ als ihreGespielin/ unerkant blieb; t) u,?d also erscheinet
?) ötaül I. ». v. 600.