Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
122
Einzelbild herunterladen
 

122

Geschichte der Kunst.

von der Gottheit hätten unseren Künstlern mehrnoch als den Alten eigen sein sollen/ und wir sehengleichwohl in den mehresten ihrer Bilder des ewigenVaters (nach der Svrache der wälschen Künstlervon der Gottheit zu reden) einen betageten Greismit einem kahlen Schädel. Ja/ Jupiter selbst istvon des NaphaelS Schülern/ in dem Gastmahleder Götter in der Farnesina/ mit schnecweissenHaaren des HanptS sowohl als des Barts vorge-stellet/ und Alb ano hat eben so gedacht bei seinemJupiter an der von ihm gemaleten bekanten Dekeim Palaste Verospi.

§. 28. Dic Schönheit der Gottheiten im mäii-lichen Alter bestehet in einem Inbegriffe der Stärkegesezeter Jahre/ und der Fröhlichkeit der Jugend;und diese zeiget sich/ so wie an jenen Bildern indem Mangel der Nerven und Sehnen/ welche sichin der Blüthe der Jahre wenig äussern. Hierinaber lieget zugleich ein AuSdruk der göttlichen Ge-nügsamkeit/ welche die zur Nahrung unseres Körpersbcstimmercn Theile nicht von Nöthen hat; und die-ses erläutert des EvikuruS Meinung von derGestalt der Götter/ denen er einen Körper/ abergleichsam einen Körper/ und Blut/ abergleichsam Blut/ gibt/ welches Cicero dunkelund unbegreiflich gesaget findet. >) Das Dasein undder Mangel dieser Theile unterscheiden einen Her-kules/ welcher wider Ungeheuer und gewaltsameMenschen zu streiten hatte/ und noch nicht an dasZiel seiner Arbeiten gelanget war/ von dem mitFilier gereinigten / und zu dem Genuß der Selig-keit des DlympuS erhobenen Körper desselben; jenerist in dem fa russischen HerkuleS/ und dieserin dem verstümmelten Sturze desselben im Bclvc-

<) vc N lt- veor. I. l. c, 'S et 2?.