Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
121
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5 Buch/ 1 Kap.

chus mit Lorbeeren, als ein Sieger, bekränzet/ ineinem zierlich gestiketen Kleide sizet.

§. 27. Die idealische Schönheit aber findet nichtallein statt in dem Frühlinge der Jahre und injugendlichen oder weiblichen Gewächsen/ sondernauch im mänlichen Alter/ welches die alten Künst-ler in den Bildern ihrer Gottheiten durch die Ju-gend fröhlich macheten und verjüngeten. Im Ju-piter, NeptunuS und in einem indischen Bak-chus sind der Bart, das ehrwürdige Haupthaar,allein die Zeichen des Alters/ und es ist dasselbeweder in Runzeln, noch in hervorstehenden Baken-knochen oder in tiefen eingefallenen Schläfen ange-deutet. Die Wangen sind weniger völlig als anjugendlichen Gottheiten, und die Stirn pfleget sichdort gewölbeter zu erheben. -) Diese Bildung istder Würdigkeit des BegrisS von der Gottheit gemäß,als welche keinen Wechsel der Zeit, noch Stufendes Alters annimt, sondern wir müßen ein Wesenohne alle Folge denken. Eben so würdige Begriffe

1) I» der wiener Ausgabe ist dem Paragraph 27Folgendes vorangefezt : „ Dieses sind in Figuren jugend«„ licher Gottheiten, die Verschiedenen Stufen, Alter nnd„ Formen ihrer Jugend, die auch in dem gemäßen Grade„auf dem Gesichte der Gottheiten von »läiilichem Alter„ wohnet. " Weil es den Zusammenhang in etwas störr,und besonders das Wort dieses keine» genauen Bezugauk das Vorhergehende hat, schien es uns zwekmäßiger,diese Stelle in die A n m erkungen zu verweisen. Meyer.

2) Den Worten „zu erheben " hat der Autor in denAnmerkungen zur Kunstgeschichte, aus wel-chen diese Stelle genommen ist, Folgendes beigefügt:„wodurch die fauste Linie des Profils junger Schönhei-„ten mehr gcfcnket und der Blik dadurch größer und»denkender wird." Es fchien den Sin undeutlich zumache», und darum ward eS nicht in den Text aufge-nommen. Meyer.

Wiiickelnigii, 4» 6