Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
119
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6 Buch/ 1 Kap.

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§.23. BakchuS aber wurde nicht allein injugendlicher Gestalt verehret, sondern mich in derFigur eine» mänlichen Alters, welches aber nurallein durch einen langen Bart angezeiget wird/ so,daß das Gesicht in dem Heldenblike und in derZärtlichkeit der Zuge ein Bild der Fröhlichkeit derJugend gibt. In dieser Gestalt sollte BakchuSwie auf dessen Feldzuge in Indien vorgestellet wer-den, wo er sich den Bart wachsen ließ: und einsolches Bild gab den alten Künstlern Anlaß, theilszu einein besonderen Ideal, der mit der Jugend vev-mischctcn Mänlichkeit, theils ihre Kunst und Geschik-lichkeit in ZluSarbettuiig der Haare zu zeigen. VonKöpfen und Brustbildern dieses indischen B a k-chiis sind die bckantesten mit Evheu bekränzet, undzwar auf Münzen von der Insel NaxuS, in Sil-ber, deren Rukscite den SilenuS mit einem Be-cher in der Hand vorstellet; in Marmor aber ein

d u n g en Numero Z8 c. und ZS I>. Einvierrer Bakchus-kovf aus niehraedachter cavitolinischen Samlnng stehtin der Galerie vor den Zimmern hoch au,' einer Säule,und wird eben darum selten beachtet. Er ist mehr alsk'bens;roß, mit Evheu bekränzt; seine Haarloke» fallenetwas über die Stirn herein, die an sich von einemselir erhabenen Charakter ist/ und unS den Sohn Jupi-ters zu erkennen gibt; aus den länalichten, nicht sehroffenen Augen blikt Liebe und Fröhlichkeit; der Mundscheint sich zum Vergnügen, zum Genusse zu ösnen; dieWanqen sind von heiterer Behaglichkeit gefüllt und zartgerundet. Ausgeführt ist dieses Denkmal mit ganz be-sonderem Fleisse, und die Behandlung an demfelle» voneigner Art: den die Haare, die Augeulieder u. s. >v.sind tief unterarbeitet, um kräftigere Schatten, und durchdieselben mehr Deutlichkeit für die Anficht in einigerEntfernung zu erhglten. Die Ergänzungen bestehen inverschiedenen Loken der Haare und dem größte» Theileder Nase; auch habe» die Lipe» viel gelitten. Meyer,