5 Buch/ 1 Kap. 10?
jungfräuliche Figuren haben die Haare hinanf-gcstrichen; und da der Kopf der Münze der Bere-nice die Flechten der Haare auf dem Hintertheilei des Haupts in einem Knäufe gewunden hat/ nachdem beständigen Gebrauche der Jungfrauen: so ?anhier keine verheirathete Königin vorgestellet sein.Ich bin daher der Meinung/ daß der Kopf derMünze eine Diana fei/ ohnerachtet des NamensBerenice/ welcher umher gepräget stehet.
§. 16. Die schöne Jugend im Apollo gehetnachdem in andern jugendlichen Göttern zu ausge-führtem Jahren/ und ist mänlicher im MereurinsVund im MarS. MercuriuS unterscheidet sich durcheine besondere Feinheit im Gesichte/ welche Ari--stophaneS würde genennet haben/
und seine Haare sind kurz und kraus. Von dessenFiguren mit einem Barte auf hetturischen Werkenund bei den ältesten Griechen ist oben gedacht. 2)
ß. 17. Einem anderen MercuriuS in Lebens-größe/ der ein junges Mädchen umfasset, in demGarten hinter dem farnefischen Palastes) hatder neue Künstler/ welcher den Kovf nebst einemTheile der Brust ergänzet hat, einen starken Bartgegeben/ und dieses hat mich eine Zeit lang befrem-det/ weil ich nicht begreifen koiite/ woher ihm dieserEinfall gekommen: den man darf nicht vermuthen/daß derselbe bei einem verliebeten MercuriuS, wenihm auch die hetrurische Bildung bekant gewesenwäre/ diese alte Gelehrsamkeit habe anbringen wol-len. Ich glaube vielmehr/ daß dem Ergänzer der
1) Quizes, v. i
2) lZ V, 2 K. §.1
f Z) Dieses Gnwo des Mercurius und der Her,'?/ dieehemals in der Favnesi'na stand/ sol! nebst andernDenkmalen nach Neapel geksmmen sein. Mcyev.