Geschichte der Kunst.
von Gewächs/ aber in einzelnen Theile»/ als anKnieen und Beinen / unter dem Vorzüglichsten.^)
t) Am sogenanten Apollino, sonst in derVilla Medici,jezo i» der Tribune zu Floren;, werden gewöhnlich dieKniee wie auch die Beine gegen das Fußgelenke hin fürminder schön gehalten, und vielleicht mag etwas davonwahr sein, wen man die Figur theilweise betrachtet, undnicht nach ihrer Wirkung im Ganzen. Wir urtheilenjedoch 'überhaupt sehr günstig von diesen« Werk und habenbei einem wiederholten aufmerksamen Beschauen niemalsausfallend Vernachläßigte, die Harmonie des Ganzen stö-rende Theile entdeken können. Erscheinen auch die Beineum das Gelenk der Füße her »u ausgebildet und zu wenigjugendlich, so rührt dieses daher, daß die Figur geradedort gebrochen uud vielleicht ergänzt ist, wie der ungleiiche Contur an dieser Stelle vermuthen läßt.
Beim Urtheile über diefes Werk muß man erwägen,daß es höchst wahrscheinlich unter Alexanders Nach-folgern verfertigt ist, alfo in den spätern Zeiten dergriechischen Kunst, wo die Künstler mehr die allgemei-ne gefällige Wirkung als die bestimte Gestalt undvollkommene Ausführung jedes einzelnen Theils zu erzie-lln anfingen. Deßhalb ist die Jdea des Kopfs an dieserFigur zwar sehr schön, ja, erhaben im Allgemeinen;allein man darf hier nicht wie etwa bei der Niobe undihren zwei schönsten Töchtern die Zeichnung der For-men bis in's Einzelne stets genau Verfolgen wollen. Eswar weder des Künstlers Abficht, noch Vertrug sich jenestrenge und pünktliche Behandlung mit der fließendenWeichlichkeit dieses spätern Styls. Beachtet man solches,so wird man immer neue Schönheiten am Apollinofinden. Der Fluß und das fanfre Wallen der Umrisseist bewundernswürdig, die Haupt- oder Mittellinie derFigur kau unmöglich mehr Schwung und Eleganz, mehrEdles und Reizendes haben. Die angelehnte Stellung,der über das Haupt gelegte eine Arm, so wie daS Aus«stüzen des andern, bedeutet Ruhe; aber der Geist desgöttlichen Jünglings ist in Thätigkeit, hohe Gefühleschwellen die zarte Brust, und beleben das fchöne Geficht;er scheint auf den Gesang der Musen zu höre». Neu find