4 Buch/ 2 Kap. 7i
schwer in der Ratur in eben dem hohen Grade seinkan, in welchem einige Statuen erscheine»/ nnd esist irrig/ das Ideal ans einzelne Theile deuten zuwollen/ wen von der schönen Zugend die Rede ist.In diesem Mißverstände scheinen selbst Naphaelund Guido gewesen zu sei»/ wen wir aus dem/waS beide schriftlich bezeuge»/ urtheile,; können.Der erste schreibet an seinen Freund/ den berühm-ten Grav Balthasar Castiglione/ da er dieGalathea/ in der Farnesina/ malen sollte:„ Um eine Schöne zu wähle»/ müßte man Schönere„sehen: weil aber schöne Weiber selte» sind/ be-„ diene ich mich einer gewissen Hdea/ die mir meine„ Einbildung gibt. " Die Zdea des Kopfs seinerGalathea aber ist gemei»/ und eS finden sich anallen Orten schönere Weiber, und über dieses bater seine Figur so gestellct/ daß die Brust/ dasschönste Theil des weiblichen NakeiideN/ durch deneinen Arm völlig verdeket wird / und das eine sicht-bare Knie ist viel zu knorpelicht für ein jugendlichesAlter/ geschweige für eine göttliche Nymphe.Gnido schrieb an einen römischen Prälaten/ da erseinen Erzengel M i ch a el zu malen hatte: „Ich„hätte eine Schönheit aus dem Paradiese gc-„ wünschet für meine Figur/ und dieselbe im Him-„ mel zu sehen/ aber ich habe mich nicht so hoch
1) I'iaccolta lottere pillura, öcullurJ <-(? ^
N . gerillt.' cla ^>1 u prvfl.88ori 1754.
t> i. x. ö4-
2) Der Autor verweiset bei dieser Stelle aus Bcllo,r i (Vii. pul ,ri, 1,, 6.), wo es uns aber nicht geglttktist, etwas hierüber zu finden. Meyer.
3) Eines der alleraeschäzteste» Werke des Guido Neni,Es stand sonst aus dem ersten Altar rechter Hand in derCapuzincrkirche zu Noni Meyer.