Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
66
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66 Geschichte der Kunst.

Figur/ und hierin bestehet die Schönheit derselben.Je mehr Einheit aber in der Verbindung der For-me»/ und in der AuSfließung einer aus der andernist/ desto großer ist das Schöne des Ganzen.

§. 30. Da aber in dieser großen Einheit derjugendlichen Formen die Gränzen derselben unmerk-lich eine in die andere fließe»/ und von vielen dereigentliche Punkt der Höhe/ und die Linie / welchedieselbe umschreibet/ nicht genau kan bestimmet wer-den: so ist aus diesem Grunde die Zeichnung einesjugendlichen Körpers/ in welchem alles ist und sei»/und nicht erscheinet und erscheinen soll/ schwe-rer/ als einer mäulichen und betageten Figur/ weilin jener die Natur die Ausführung ihre Bildunggeendiget/ folglich bestimmet hat/ in dieser aberanfängt/ ihr Gebäude wiederum aufzulösen/ undalso in beiden die Verbindung der Tlieile deutlichervor Augen lieget; in jener hingegen ist die Bildungzwischen dem Wachstum und der Vollendung gleich-sam unbestimt gelassen. ES ist auch kein so großerFehler/ in stark musklilirten Körpern aus dem Um-risse herauszugehen/ oder die Andeutung der Mus-keln und anderer Theile zu verstärken/ oder zu über-treiben/ als es die geringste Abweichung in einemjugendlichen Gewächse ist/ wo auch der geringsteSchatten/ wie man zu reden pfleget/ zum Körperwird; so wie ein Lineal, wen es kürzer oder schmä-ler als das verlängere Maß ist/ dennoch die Eigen-schaften eines Lineals hat/ aber nicht also heissenkan/ wen es von der geraden Linie abweichet; denwer nur im geringsten vor der Scheibe vorbeischießet/ist eben so gut/ als wen er nicht hinangetroffenhätte.

ß. 3>. Diese Betrachtung kan unser Urtheilrichtig und gründlich machen/ und die Ungelehreren,-welche nur insgemein in einer Figur/ wo alle Mus-