Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
65
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4 Buch/ 2 Kap. 66

die Formen der schonen Jugend der Einheit derFläche des MeereF gleichen / welches in einiger Ent-fernung eben und stille/ wie ein Spiegel erscheinet/ob es' gleich allezeit in Bewegung ist und Wogen wäl-zet. So wie aber die Seele als ein einfaches Wesen/viele verschiedene Begriffe auf einmal und in einemAugenblike hervorbringet: eben so ist eS auch mirdem schonen jugendlichen Umrisse/ welcher einfachscheinet/ und unendlich verschiedene Abweichungenauf einmal hat/ und die sanfte Verjüngung / die ineiner Sänke schwer ist/ ist es noch mehr in denmancherlei Formen eines jugendlichen Körpers. Wienun unter so unendlichen Arten Säulen in Nom ei-nige durch eben diese Verjüngung vorzüglich zierlicherscheinen: (von welchen ich mir besonders zwo vonGranit gemerket habe/ die ich jedesmal von neuembetrachte/) eben so selten ist eine vollkommene Formauch in der schönsten Jugend/ die in unserem Ge-schlechte noch weniger als im weiblichen einen festenPunkt hat.

§. 29. Die Formen eines schönen Körpers sinddurch Linien bestimt/ welche beständig ihren Mittel-punkt verändern/ und fortgeführet niemals einenZirkel beschreiben; folglich einfacher/ aber anch man-nigfaltiger/ als ein Zirkel/ welcher/ so groß undklein derselbe immer ist/ eben den Mittelpunkt hat/und andere in sich schließet/ oder eingeschlossen wird.Diese Mannigfaltigkeit wurde von den Griechen inWerken von aller Art gesuchet/, und dieses Systemaihrer Einsicht zeiget sich auch in der Form ihrer Ge-säße und Vasen/ deren svelter und zierlicher Conturnnach eben der Negel/ das ist: durch eine Linie ge-zogen ist / die durch mehr Zirkel muß gefunden wer-den: >) den diese Werke haben alle eine elliptische

r) Kicomacli. Lci-Äsini !, 2. p> 2g.

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