Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
58
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LZ Geschichte der Kunst.

verschieden von der Gefälligkeit oder von derLieb lichke i t. Den lieblich und angenehm ist einePerson zn nennen/ die durch ihr Wesen/ durchihre Reden und durch ihren Verstand/ auch durch 'ihre Jugend/ Haut und Farbe reizen kan/ ohne schönzu sein: und solche Personen nennet Aristoteles«V5V und Plato saget!

§. 20. Dieses ist also/ wie gesaget/ vernei-nend von der Schönheit gehandelt/ das ist- eSsind die Eigenschaften/ welche sie nicht hat/ vonderselben abgesondert/ durch Anzeige unrichtigerBegriffe von derselben? ein bejahender Begrifaber erfordert die Kentniß des Wesens selbst/ inwelches wir bei wenig Dingen hineinzuschauen ver-mögend sind. Den wir können hier/ wie in denmehresten philosophischen Betrachtungen/ nicht nachArt der Geometrie verfahren / welche vom Allgemei-nen auf das Besondere und Einzelne / und von dem tWesen der Dinge auf ihre Eigenschaften gehet undschließet/ sondern wir müßen uns begnügen, auslauter einzelnen Gtüken wahrscheinliche Schlüsse zuziehen. Was aber in folgenden Betrachtungen überdie Schönheit mißgedeutet werden köiite/ muß den-jenigen/ welcher unterrichten will/ nicht beküm-mern: den so wie Plato und Aristoteles/ derLehrer und der Schüler/ über den Endzwek derTragödie völlig das Gegentheil behaupteten/ welchedieser als eine Reinigung der Leidenschaften an-pries / jener hingegen als einen Zunder derselbenbeschrieben hat: so kaii von der unschuldigsten Ab-

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