Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
56
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Geschichte der Kunst.

sein; und diese/ wen sie die Schönheit in den voll-kommenen Bildern der Alten untersuchet haben, fin-den in den weiblichen Schönheiten einer stolzen undklugen Nation/ l) die insgemein so sehr gepriesenenVorzüge nicht/ weil sie nicht von der weissen Hautgeblendet werden. Die Schönheit wird durch denGin empfunden; aber durch den Verstand erkaiitund begriffen/ wodurch jener nichrentheils wenigerempfindlich auf alleS/ aber richtiger gemachet wirdund werden soll. In der allgemeinen Form abersind beständig die mehresten und gesittetesten Völkerin Europa sowohl, als in Asien und Afrika/ über-eingekommen; daher die Begriffe derselben nicht fürwillkürlich angenommen zu halten sind/ ob wir gleichnicht von allen Grund angeben können.

§. 19. Die Farbe trägt zur Schönheit bei/abrr sie ist nicht die Schönheit selbst/ sondern sieerhebet dieselbe überhaupt und ihre Formen; so wieder Geschmak des Weins lieblicher wird durch dessen »Farbe in einem durchsichtigen Glase/ als in der kost-barsten goldenen Schale getrunken. Die Farbe abersollte wenig Antheil an der Betrachtung der Schön-heit haben/ weil nicht sie/ sondern die Bildungdas Wesen derselben ausmachet/ und über dieseswerden sich Sinne/ die erleuchtet sind/ ohne Wider-spruch leicht vereinigen. Da nun die weisse Farbediejenige ist/ welche die mehresten Lichtstrahlen zurük-schiket/ folglich sich empfindlicher machet: so wirdauch ein schöner Körper desto schöner sein, je weisserer ist / ja/ er wird nakend dadurch größer/ als er inder That ist/ erscheinen/ so wie wir sehe»/ daßalle neu in GypS geformete Figuren größer/ alsdie Statue»/ von welchen jene genommen sind/sich vorstellen. Ein Mohr könte schön heissen / wenseine Gesichtsbildung schön ist/ und ein Reisender

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