Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
49
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4 Buch, 2 Kap. -w

heit gebildet und mehr ernsthaft als leichtfertig sind/dem unerleuchteten Sinne weniger gefallen, als einegemeine hübsche Bildung/ die reden und handelnkau. Die Nrfache lieget in unseren Lüsten/ welchebei den mehrcsten Menschen durch den ersten Blik er-reget werden, und die Sittlichkeit ist schon ange-füllet/ wen der Verstand suchen wollte, das Schönezu genießen; alsdan ist es' nicht die Schönheit/die uns einnimt/ sondern die Wohliust. Dieser Er-fahrung zufolge werden jungen Leuten/ bei welchendie Lüste in Wallung und Währung sind, mit schmach-tenden und brünstigen Reizungen bezeichnete Gesich-ter/ wen sie auch nicht wahrhaftig schön sind/ Göt-tinen erscheine»/ und sie werden welliger gerühretwerden über eine solche schöne Frau/ die Zucht undWohlstand in Gebärden und Handlungen zeiget/ wel-che die Bildung nlid die Majestät der Juno hätte.

§. 12. Die Begriffe der Schönheit bilden sichbei den mehrcsten Künstlern aus solchen unreifen er-sten Eindrüken/ welche selten durch höhere Schön-heiten geschwächet oder vertilget werde»/ zumalwcii sie/ entfernet von den Schönheiten der Alten/ihre Sinne nicht verbessern können. Den es ist mitdem Zeichne»/ wie mir dem Schreibe»: wenigeKnabe», welche schreiben lernen, werden mit Grün-den von der Beschaffenheit der Züge/ und des Lichtsund Schattens an denselben/ worin die Schönheitder Buchstaben bestehet, angeführer; sondern ma»gibt ihnen die Vorschrift ohne weiteren Unterricht "nachzuahme», und die Hand bildet sich im Schrei-ben/ ehe der Knabe auf die Gründe von der Schön-heit der Buchstaben achtet. Eben so lernen die meh-resien jungen Leute zeichnen; und so wie die Zügeim Schreiben in vernünftige» Zähren bleibe»/ wiesie sich jn der Jugend geformet haben: so malen sichmSgemcin die Begriffe der Zeichner von der Schön-

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