Geschichte der Kunst.
sich mit dem verschiedenen Urtheile über eine schö-ne Person/ wie mit der verschiedenen Neigung ge-gen weisse und braune Schönen. Derjenige/ welchereine bräunliche Schönheit einer schönen weissen vor-ziehet/ ist deßwegen nicht zu tadeln/ ja/ man könteihm beipflichten / wen derselbe weniger durch dasGesicht als durch das Gefühl gereizet wird. Deneine bräunliche Schönheit kan vielleicht eine sanftereHaut als eine weisse schöne Person zu haben scheine»/da die weisse Haut mehr Lichtstrahlen als eine bräun-liche zurükschikct/ und also enger/ dichter und folg-lich stärker als diese sein muß. ES würde daher ei-ne bräunliche Haut durchsichtiger zu achten sein/weil diese Farbe/ wen sie natürlich ist/ von demDurchscheinen des Bluts verursachet wird/ und auseben diesem Grunde färbet sich eine bräunliche Hautin der Sonne eher als eine weisse; ja/ eben daherist die Haut der Mohren weit sanfter anzufühlenals die unsrige. Die bräunliche Farbe in schönenKnaben war den Griechen eine Deutung auf ihreTapferkeit/ und die von weisser Farbe hießenKinder der Götter.^)
§. i l. Diese Verschiedenheit der Meinungenzeiget sich noch mehr in dem Urtheile über abgebil->dete Schönheiten in der Kunst/ als in der Naturselbst; den weil jene weniger als diese reizen: s»werden auch jene/ wen sie nach Begriffen hoher Schön-
i) ?Iat> poll!> I. ?. s>. 474. in 6ne.
<üc>ns. plutarcli. P. 44. l. 6. p. 16,?.
Daselbst wird kein so allgemeinerausgesprochen/ sondern nur bemerkt, daß Freunde schomrKnaben von ihnen sagten: die braunen sähe» nniii,licli aus, die weissen wären Kinder der Götter,die st u m ps» asige n hätten etwas A n m u thi ge s, diemit einer Adl ersna se etwas K ö n ig l i ch e s , die blas-,'cii nut der Honig färbe werden geliebt, Siebelii.