Fragment. 495
schiklichkcit der Alten Ursache sei/ daß ma» Archi-traven aus Steinen machen müßen/welche von ei-ner Säule bis zur andern gereichet/ und weil mandie Steine nicht allezeit von einer erforderlichenLänge gehabt/ daß man daher die Säulen enger zusezen genöthiget gewesen. Dieses ist eben so falsch/als das vorige: den an einem Neste eines der älte-sten Gebäude in Rom auf dem Campidoglio / ander Wohnung des Senators/ welches für das ehema-lige Tabula r in m oder Archiv gehalten wird/ sie-het man von einer dorischenArchitrave den unte-ren Balken übrig, an welchem die sogena'nten Trö-pfen kängc»/nebst acht dorischen Kapitalem. DerNaun,zwischen zweien derselben zeiget an/ daßeinKavi-täl fehlet/ und daß derselben/ so weit die Architravesichtbar ist/ sechzehen sein müßten. Dieser Bal-ken ist aus kleinen Steinen/ etwa von zween Pal-men ei» jeder/ zusammengesezet/ welche gehauensind/ wie eS izo geschehen würde in gleichem Falle.
Z. 32. Die Mauern von kleinen Steinen wur-den insgemein mit keilförmig gehauenen StükenTufo/ deren Fläche vierekicht ist/ und zuweilen miteben solchen Kieselsteinen beleget und gefüttert/ unddiese Art heisiet bei den Alten os>us renculatum,weil die Lagen dieser Steine nach Art des GestrikSeines NezeS gehen. Diejenigen/ welche diese AuS-fütterung als lange Würfel vorstelle»/ irren sich, l)Vitruvius behauptet/2) daß dergleichen Mauer-Werk nicht dauerhaftig sei; eS haben sich aber gleich-wohl ganze Gebäude/ welche völlig so gemauert sind/erhalten/ wie unter andern die sogenante V i lla desMäcenaS zu Tivoli ist/ der Rest von dem vermeine-
l) llell' I. Z. c. g, P-77. Pevrault
hat es aus jenem genommen. Winckelma ü.
s) I.. 2. e. g.