Zweites Kapitel. 46s
ß. 26. Eine auf diese Art eingetheilete und ver-zierete Wand eines Zimmers siehet man in der kö-niglichen Galerie alter Gemälde zu Portici: es istdieses Stiik über zwanzig Palmen lang und vier-zehen breit. Diese Wand hat/ wie angezeiget ist,Felder unter und über der Cornische/ welche ausBlätrerwerke bestehet. Von den drei unteren Feldernist das mittelste breiter/ als die auf den Seiten;jenes ist gelb eingefasset/ diese roth. Zwischen den-selben gehen schwarze Streifen herunter mit zierli-chem Schnörkelwerke bemalet. Mitten in den Fel-dern sind Landschaften auf rotkem oder gelbemGrunde. Über der Cornische sind vier kleinere Fel-der/ von welchen zwei auf das mittlere untere Feldfallen: in einem derselben lieget ein Haufen Münzeauf einem Tische/ nebst Papier/ Täfelchen/ Tinten-faß und Feder; in dem andern sind Fische nebstandern Eßwaren vorgestellet.
§. 27. Auf dem palatinischen Berge wurde imJahre 172^ ein großer Saal entdeket / von vierzigFuß lang/ welcher ganz und gar ausgemalet war.Die gemaleten Säulen waren eben so spillenmäßigund ausserordentlich lang- wie die Säulen auf denGemälden zu Portici. Was sich von Figuren undanderen kleinen Gemälden auf den Wänden diesesSaals fand/ wurde abgenommen / und nach Parmagefchiket/ und diese alten Gemälde gingen mit den üb-rigen SchäzendeS farnefischen Musei nach Neapel.Da aber alles vier und zwanzig Jahre verschlossenblieb/ hat der Moder alle diese Gemälde zernichtet/und man siehet zu Capo di Monte in Neapel/ wo be-
schichte der Kunst tS V> 3 K. §.); aber Lucia»sagt nicht, daß es ei» Werk des Timomachus sei.F e a.
lBriefe a» Vianconi, oben S. 4S », s.Z