Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
470
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<470 Baukunst der Alten.

sagetes Museum stehet/ nur die ledigen Stüke Mau-er»/ auf welchen gemalet war. Eine einzige weib-liche Herma oder Karyatide hat sich erhalten/ dieetwa halb Lebensgröße ist.

§. 28. ES wäre eine Vergleichung zu machenzwischen der Art zu zieren nnter den Alten undden Neueren/ wen man sich durch Kupfer deutlicherklären könte. In dem Plane der Zieraten derAlten herschete allezeit die Einfalt; bei den 'Neu-er»/ die nicht den Alten folge»/ ist das Gegentheil:jene sind vereiniget i» de» Zierate»/ welche alsZweige zu einem Stamme gehören; diese schweife»aus / und man findet zuweilen weder Anfang nochEnde. Endlich hat man sogar neuerfundene Schuör-kel/ mit welchen einige Zeit her französische undaugspurgische Kupferstiche eingefasset und gezieretwerden/ an der vorderen Seite der Gebäude ange-bracht. Das abscheulichste Denkmal des Verderb-NisseS des Geschmaks ist in Italien selbst und zuPortici bei Neapel. Es hat daselbst der Duca Cara-vita in einem Garten neben den, königlichen Schlossedie ungereimteste» Schnörkel jener Kupferstecher be-sonders von Steinen aufgeführet/ und diese Frazenstehen/ ein jedes abgesondert von dem andern/ vieleEllen hoch längs den Gängen des Gartens.

§.29. Michael Angelv/ dessen fruchtbare Erfin-

1) Nach dem Tode Winckelmails sind Viele andere alteGemälde entdekt worden. In denen, welche in demZimmer nahe am Spital von S. Johan im Laterangefunden wurden, und welche zu den merkwürdigsten ge-hören , waren viele kleine Bildcken gemalt, ringsumhermit Blumengewinden verziert. In jedem dieser Ge-mälde war ein Jüngling in einer ungewöhnlichen Klei-dung dargestellt. Auch die Gemälde in den Bäderndes Tirus sind nach dem Tode Winckelmails neuentdekt worden. Fea.