Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
468
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468 Baukunst der Alteu.

§. 2L. Unter dem Gewölbe der Zimmer (an-dere hatten Deken von Holze) ging insgemein einekleine Cornische von Gyps umher/ welche zwei oderdrei Finger breit hervorsprang/ und nach Beschaf-fenheit der Gebäude glatt oder mit Blätterwerkegezieret war. ES durchschnitt diese Cornische dasobere Theil der Thüre/ welche nach den Regelnder Baukunst drei Fünftbeile der Höhe des Zim-mers haben soll/ und dadurch wurde das Zimmerumher in zwei Theile getheilet; das Obere/ wel-ches wie die Friese zu dem Unteren war/ verhielt sichzu diesem/ wie zwei zu drei. Der Raum sowohlüber als unter der Cornische wurde in Felder ge-theilet/ welche höher als breit waren/ und insge-mein die Breite der Thüre hatten / welche gleich-sam eins von den Feldern war. Diese waren mitLeisten von verschiedener Farbe eingefasset/ undzwischen denselben waren kleine vierekichte oder rundeFeldercheu/ in welchen eine Figur oder eine Aus-sicht gemalet war. Über der Cornische war ebendie Eintheilung/ doch so/ daß die Felder breiterals lang waren / welche ebenfalls mit Landschaften/Aussichten auf das Meer/ und dergleichen ausge-zieret waren.

j) Aus diese Weise war vielleicht der Theil des Hauses ge'malt/ das Lneian (<Ie Oanio K. 9>) beschreibt/ wo ersagt, daß die Gemälde aus den Wänden i» Schönheitder Farben und Natürlichkeit der dargestelleten Sacheneiner blühenden Wiese und dem lachenden Anblike desFrühlings sich vergleichen konten. Auch waren daselbstMalereien unithologischer Gegenstände/ unter andern ei-nes/ welches Lueian (Z ?.Z.) aus dem Eurivides oderSovhokles entlehnt glaubte/ und ein anderes (5-, i>)/aus welchen: Medea vorgestellt war/ welche mit ent-blößtem Schwerte und wildem schrekliche» Blike ihre .Kin-der ausah/ die zu ilr h'inaus lächelten. Von üeser Ma-lerei wahrscheinlich redet Winckelman in seiner Ee-