Zweites Kapitel.
Alten gesuchet wurde/ daß das Wort/ welches dieseBedeutung bei den alten Römern hatte/ nur vomPuzc in der Kleidung gebrauchet wurde; >) in spä-teren Zeiten deutete man allererst das römischeWort Zierlichkeit auch auf Werke des Ver-standes.^) Den da der wahre gute Geschmak fiel/und der Schein mehr als das Wesen gesuchet wur-de/ sahe man die Zieraten nicht mehr als einenZusaz an/ sondern es wurden die Pläze/ welche bis-her ledig geblieben waren/ mit denselben angefüllet.Hierdurch entstand die Kleinlichkeit in der Baukunst:den wen ein jedes Theil klein ist/ so ist auch dasGanze klein/ wie Aristoteles saget. Der Ban-kunst erging eS/ wie den alten Sprachen: diesewurden reicher/ da fie von ihrer Schönheit abfie-len/ welches sowohl von der griechischen als römi-schen zn beweisen ist; nnd da die Baumeister ihreVorgänger in der Schönheit entweder nicht errei-chen/ oder nicht übertreffen tonten / sucheten fie fichreicher als jene zu zeigen.
§. 6. Die überhäufeten Zieraten haben vermuth-tich unter dem Nero angefangen: den zu Titus Zei-len herschete bereits dieser Geschmak/ wie man andessen Bogen stehet/ und es nahm derselbe immermehr überHand unter den folgenden Kaisern. Wasdie Baukunst unter dem Aur eli ann S für eine Ge-stalt gehabt habe/ zeigen die Paläste und Tempelzn Palmyra: den was daselbst übrig ist/ wurde ver-muthlich kurz vor oder zu dessen Zeiten gebauet/ in-dem an allen dortigen Gebäuden ein und ebender-selbe Styl ist. Ob das ungeheure Stük einerArchitrave von Marmor in dem Garten des Palastes
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Z) Wood (Ruins ok ?alm, p. >5.) sucht die/es weitläufigtu erweist». Fea.