628 Baukunst der Alten.
Z. 6i. Die Dckc war in vierekichten Tempelninsgemein von Holze, so wohl in ganz alten Zeiten/
z. V- Seneea (t!on?ol. -«I l^arc. e. 22.), wo er er-zählt, daß Cordus, der Zeitgenosse des S e? a nu s und-Tiberius, sich gestellet, als ob er aus VerzweiflungHungers sterben wollen, sich deßhalb in ein Zimmer ge-sperrt, und alle Fenster verschließen lassen, um im Dun-kel zu bleiben: >un«n 01,ine pi-secltiili juüüit et üe intenes-fi-, <.onc1>tlit. ?luch ?l p u l e i u s ( Hlet.in,. I. 2.x. 57. ) svricht von einer Kammer, die durch Ver-schließung der Fenster verdunkelt war: concluve 0I1-seratis ulnliro^uin. P l i n i u s der Jüngere
( I. y epi^t. 36. ), indem er die Lebensweise be-schreibt , die er auf seiner tusculanischen Villa führte,erzählt, daß er Morgens beim Erwachen die Fensternoch etwas verschlossen hielt, weil es gleich schon Tagwar, um besser im Dunkel nachzudenken, und sie da»öfnen ließ, um das überdachte zu dietiren: evigilo cw
slitui'. . . . I^otariuin voco , el «lie J-Inil';.':«, quie for-maverani, 6icto. So redet auch Varro t>le re I°u5t.I. l. c. 5g) von Fensterläden, luricuU an den Fenster»oder Luftlöchern: rotiieeus <s,ii saciunt: all üc^iiloueni
riec^ue tonien sine soriculis: ne c^uun» iiumorem szuise»rnU. portinaci vento vieta Lsiit.
Aus diesen Schriftstellern läßt sich also »»'t Gewißheitabnehmen, daß man die Zimmer entweder mit Lädenoder mit Vorhängen verdunkelte. Koiite dasselbe nichtauch Augustus thun, der ein Zeitgenosse Vitrnosund Ovids, und älter als Cordus war? Wer wollteglaube», daß seinem Palaste eine Zierde oder Bequem-lichkeit, welche zu seiner Zeit allgemein im Gebrauchewar, gemangelt habe? Wen er sich derselben nicht be-diente , da er bei Tage schlief, sondern sich begnügte,die Auge» mit de» Hände» gegen das Licht zu verschlie-ßen , so muß ma» davon einen andern Grund aussuche»,