422 Baukunst der Alten.
Werkstellen der Maler und Bildhauer/ welches mansonderlich an den Gebäuden der durch den Vesuviusverschütteten Städte gesehen hat. Eben dieses zeigetsich auf einigen erhobenen Arbeite»/ und auf altenherculanischen Gemälden:^) Die Häuser daselbst hat-ten gegen die Straße zu gar keine Fenster.^) DieseArt zu bauen war nicht zur Neugierde und zumMüßiggänge eingerichtet; sie verschaffet- aber einviel inizlicher Licht in den Zimmer»/ welche» dasLicht ist/ das von oben kömt. Wie vortheilyaft der-gleichen Licht auch der Gestalt sei/ kau man darausschließen / daß die Mädchen in Rom/ welche verspro-chen sind/ sich dem Bräutigam/ wie man saget/
daß man auch desVitruVius Vorschrift nicht befolg«.So war vielleicht auch das vorhin erwähnte Bad desClaudius Etrufcus eingerichtet, und das Bad d»Fa ustina/ welches die Fenster von solcher Größe hatte,daß sie von der Erde fast bis an die Deke reichten, I»den Bädern des Diocletiauus und andern findet ma»die Negel des Virruvius beobachtet. Man sehe dieAbbildungen davon bei Cameron (Dc^cript. >Ie>i Imin,<ies Koniiiins,) Aus dem angefnhrten Briefe des Senecabemerke ich auch den in jener Zeit gewöhnlichen Lurusin den Bädern, die Hähne der Rohren, aus denen daSWasser floß, von Silber »u macheu, -n-gciiie-i epi^io-n>i-,, um zu zeigen, daß die Nachricht, welche Wiwckelin a n in der G e sch i ch t e d e r Kunst ( t 2 B. 2 K.2 §.) von einige» gibt, nicht so ganz neu war. Fea.
>) ?itt. ö'Lreol. t. I. ^>. 171 — 22g. Virgil. Vatic. II. 2g.
2) Man sehe die Briefe an Bianeoni (S. 3tZ7.), wo sich Winekelmai? über diesen Punkt, sowieauch über die Höhe der Fenster deutlicher erklärt. Fea.