Erstes Kapitel.
alle alte Gewölber gemachet. Wen das Gerüste oderdie Wölbung vorher mit Schale» oder Bretternwar geleget worden/ schüttete man/ wie bei Grund-lage»/ Mörtel und kleine Steine Tufo oder geschla-gene Ziegel/ so wie sie im Aufschütten fiele»/ aufdie Bogen des GerüsteS von Brettern/ bis zu einerhestimten Dike/ welche in den diocletianischenBädern an 9 Palmen ist/ und alsden trug maneine Lage von ebendemselben Mörtel darauf/ umdas Gewölbe oben glatt zu machen. Ein großesGewölbe konte auf diese Art durch eine Menge Men-schen in einem Tage geendiget werden. Diese Artzu verfahren siehet man/ wo die Bekleidung abge-fallen/ oder die Gewölber gestürzet sind/ am Coli-seo/ in den Bädern des TitnS, des Caracalla,des Diocletianus/ und sonderlich in den weit-läufigen Trümmern der Villa Hadriani/ wosich noch die Lagen der Bretter von den Gerüstender Gewölber zeigen.
K. Dieser geschwinde Weg zu wölben ist iz»nicht mehr gebräuchlich/ sondern Gewölber werdenmit der Hand gemachet/ aber noch allezeit mit Tufound Puzzolana. Die obere Ausfüllung aber/ bisalles mit dem Nüken des Gewölbes gerade wird/geschiehet muldenweis (a sacco), wie überhauptbei den Alten. Vermittelst des Mörtels kan manden Gewölben eine Form geben/ welche man will/und es werden noch izo in Rom einige ganz plattgemachet/ so daß es kaum gewölbet scheinet. DasGewölbe lässet man einige Zeit auf dessen Gerüstestehen / daß es sich sezen kan.
Die Alten sucheten ihre Gewölber/ weil siedieselben stark macheten, so leicht als möglich zuhalten/ und dieses thaten sie auf zween verschiede-nen Wegen. Der gewöhnlichste war/ mir Schlakenzu wölben/ welche von dem Berge Vesuvio kamen)