zu Girgemi. so/
reS sichtbar gewesen sind. Der Mangel der Nach-richt von diesen Gebäuden hat daher verursachet/daß man ausser Griechenland keine andere dvrischeWerke gekant hat/ als die untersten Säulenam Theater deSMarcelluS/ am Amphithea-ter des VeSpasiannS zu Rom/ und an einemBogen zu Verona.^)
§. 8. Die Säulen an dem Tempel zu Girgentihaben mit dem Kapitäl in der Höhe nicht völligsünf Durchmesser des untersten Endes der Säule/so wie die zu Pesto, VitruviuS sezet die Höhederdorische n Säulen aufsiebeu Durchmesser/oder auf vierzehn Moduli / welches gleichgültig ist;den einModulns ist ein halber Durchmesser der Säule.Da aber dieser Scribent die Verhältnisse inder Baukunst/ so wie am Menschen/ auf Ge-heimnisse in gewissen Zahlen/ und zum Theilauf die Harmonie bauen will: so konte er vonsieben Durchmessern keinen andern Grund als seineheilige Sieben geben/ welches geträumet heisset;so wie diejenigen unter den Neuern thun/ die mitder Septima in der Musik erscheinen. Von sechsDurchmessern einer Säule wäre ein scheinbarer Grundanzugeben aus dem Verhältnisse des FnßeS/ welcherbei den allerältesten Bildhauern als der sechste Theilder Höhe einer Figur angenommen wurde. Vonder Höhe der Säulen/ von welchen wir hier reden/ist die Ursache in dem Plan des TempelS/ nichtin den Säulen selbst/ zu suchen; da ihr Verhält-niß nicht durch ganze Durchmesser kan bestim-
1) Chambra»/ in seiner Vergleich«»!? der altenund neuen Baukunst, rechnet aus Unwissenheit dasTheater des Palladio zu Nicenza unter die al-ten Werke. Winckelman.
2) I-. Z. c. i.
Z) lG. d. K. 5 N. 4 K. 5§.Z