neuest, hercul. Entdek. 2^s
es unmöglich/ da man aus einem engen Gange inden andern kriechen muß/ sich einen Begrif nur vonder Gegend/ wo man ist/ geschweige von der An-lage eines unbekanten Gebäudes/ zu machen.
§. 22. Dieser Theil des Theaters hat zweiStüke, die Scena selbst/ oder das Gebäude/ wel-ches die Scena zierete/ und das Proscenium/oder Pulpitum/ izoPalco genant/ wo die han-delnden Personen das Schauspiel vorstelleten; dieLänge desselben im herculanischen Theater ist 130Palmen.
§.23. Die Scena/ oder die Facciate derScena/ wie wir izo reden würden/ blieb beständigunverändert / und war der prächtigste Theil im Thea-ter/ so daß derselbe in großen Theatern insgemeinaus drei Ordnungen Säule»/ eine über die andere/bestand/ und hier waren in dem berühmten Thea-ter des MarcuS Scaurus 36o Säulen angebracht/woraus man sich von der Größe derselben Scenaeincn Begrif machen kan/ welche größer gewesensein muß/ als die vordere Seite unserer größtenPaläste. Man verstehet also zugleich deutlicher/ wasPliniuS von der übrigen Pracht der Scena diesesTheaters berichtet. Der untere Theil/ oder dieuntere Ordnung/ war von Marmor/ der mitt-lerevon GlaS/vnd der oberste war vergoldet.Dieses war an der inneren Facciata der Scenaund im Angesichte der Zuschauer. MaffeN) be-greifet nicht/ auf was Art in dcr Scena gedachtenTheaters fo viel Säulen stehen können. In demvorderen Theater der Villa Hadriani zu Tivolischeinet die Scena nur eine einzige Ordnung Säu-len gehabt zu haben / und diese waren dorisch vonetwa vier Palmen im Durchmesser/ wie verschiedene
i) zi. 161.