220 Sendschreiben v. d.
§. i29. Die Zugabe dieses' dritten StükS mögendie Pali nipse sr e sein,, oder die T afel n m i t W achsüberzogen/ worauf man die ersten Entwürfeder Gedanken schrieb / um dieselben in dem Wachse -geschwind auszulöschen und zu ändern: und diesesgeschahe durch ein Instrument/ welches' keilförmigist/ und eine scharfe Breite hat: man siehet esin diesem Museo wirklich und auch gemalet. ES be-finden sich unter den königlichen Altertümern zu Dres-den solche vorgegebene Wachstafeln von ziemli-cher Größe/ und mit Riemen zusammengehänget/aufweichen man einige alte Züge zeiget; woher/ undwie dieselben dahin gekommen sein / weiß ich nicht/ich habe sie aber schon vor meiner Reise nach Italienfür das gehalten/ was sie sind/ nämlich für einegrobe Betrügerei/ wie diejenigen sein müßen/welche sich in der Bibliothek des Gymnasii zn Thornin polnisch Preußen befinden sollen/ welches ich ehe-mals unter andern / däuchet mich/ in Heu manSliwrari»! gelesen habe. In detlherculanischen Entdekungen haben sich wahrhafte solcheTafeln gesunden / welche umher einen Rand von star-kem silbernem Bleche haben/ das Holz aber ist zuKohlen gebrant: eS lagen dieselben im vergangenenWinter noch in der Vorrathskammer des' Musei. DieseStüke wurden gefunden/ nachdem Herr Ma rtorellisein Werk bereits' geendiget hatte; den diese hättenihn überführen sollen/ daß die Wachstafeln vieleher/ als in den spätern Zeiten der Griechen undRömer/ wie er in den Zusäzen seines Werks ge-dachtcrmaßen vorgibt/ im Gebrauche gewesen. Aberda er wider den Augenschein einen SkeptikuS ma-chenwill/ welches keiner von der alten Secte gethanhat, so haften an ihm keine Gründe.
ß. 130. Was endlich zum vierten die Au fwi ke-lung dieser alten Schriften betrist/ so wurden/ um