2io Sendschreiben v. d.
ß. 116. Eine der nüzlichsten Betrachtungen überdie herculanischen Schriften ist zum dritten dieArt und Weise der Schrift in denselben/ unddiese ist vorher förmlich/ und hernach mit weni-gem materia lisch/ zu untersuchen.
§. 116. Hier finde ich im voraus zu erinnern/daß Herr Martorelli/ welcher an dem Orte selbstist/ und die besten Nachrichten hatte haben können,wider die Wahrheit redet/ wen er vorgibt/ daß^sich/ ausser den griechischen und lateinischen Schrif-ten/ auch andere in einer unbei anten Schrift/und wie er in dem Register redet/vielleicht gorin sabinischer Sprache finden. Dieses ist falsch.Diejenigen^ welche aufgewikelt sind/ und andere/welche ich gesehen und betrachtet habe/ sind allegriechisch. Der gelehrte Mazzocchi selbst glaii-^bete in einer Rolle Schrift/ mit welcher man einen lä-!cherlichcn Versuch machete/ wie ich im lezten Stiikc sag»v sei sch e Schrift zu finden. Den so wie man leichlglaubet/was man wünschet/ und dieser Man eiu Ge-webe von pelaSgischen und fremden Herleitunge»der Worte im Gehirne gesponnen hat: so wollte er zu0 scischer Sprache machen/ was unkcntli ch gema-chet war. Die Osker waren die ältesten Völker in Cam-panien. Ferner ist der Leser vorher zu belehre» / daß alleherculanische Schriften nur auf einer Seite geschrie-ben sind; kein einziges ist auf dieandere Seite geschrieben/ welches vermuthlichnicht geschahe auf einfachem Papiere/ wie dieses ist,ES ist auch das Beschriebene auf der innern Seileder Schriften; und eben dieses machet es schwer/ dieArt Schrift zu erkennen/ ehe man anfangt/ diesel-ben aufzuwikeln. Diejenige Schrift/ welche auf b e i-
1) I,. c, x, Z^,
2) ?. 40-