Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
208
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2os Sendschreiben v. d.

schnitten/ die dem Überbringer unbekant waren/von beiden Königen aber/ als Freunden/ verstandenwurden.

§. 112. Auf Täfelchen zu schreiben war alsobei den alten Griechen/ wie er sich zu behaupte»erkühnet/ nicht gebräuchlich/ wohl aber unter den Per»fern; und hier verbessert er/und ich muß geste-hen/ nicht unglüklich/ eine Stelle des ÄlianuS/^)wo derselbe von der Beschäftigung der Könige inPersien auf ihren Reisen redet. ES ist dieselbe/so wie sie bisher gelesen und verstanden worden/diesen Königen schimpflich gewesen. Den dieser Scri-bent saget/ „ daß diese Herren auf der Neife keine an-„ dereBefchäftigung gehabt/ als mit einem Messerchen„in Täfelchen von Lindenholz zu schneiden/ damit„ sie sich der langen Weile erwehren möchten/ und„ daß sie überhaupt nichts Ernsthaftes lesen und„ etwas Würdiges denken konten." Ich muß geste-hen/ da man in Lesung der Alten nicht Zeit genughat/ die uns anstößigen Dinge/ sonderlich wen sienicht zu unserem Vorhaben gehören/ gründlich zuuntersuchen/ daß mir diese Stelle/ wo ich mir kei-nen Fehler im Texte einfallen ließ/ viel Bedenkengemachet hat/ da man nothwendig ganz anders vonvielen Königen in Persien/ deren Geschichte uns be-kant ist/ denken muß. Herr Martorelli gibt/durch eine geringe Änderung in den lezten Wortendieser Stelle/ und durch den Zusaz eines einzigenWortS/ derselben einen ganz andern und würdigenVerstand. Er liefet 5 c<

— eS führeteu nämlich die Kö-nige von Persien kein Buch bei sich/ sondern siemacheten sich selbst im Wagen ihre Tä selchen,

.) I>, 6Z.

2) Vor. Ilisl, I. 14. c> 12.