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Sendschreiben v. d.
haben, zu deren Erklärung aber sich vielleicht einzweiter Kircher gefunden hätte/ wen der Betrugnoch einige Zeit verdeket geblieben wäre. ES müßendiese Gemälde aber Personen/ ich will nicht sagen/die in der Kunst oder in den Altertümern erfahrensind/ sondern Geschmak besizen/ in die Augenfallen: den gedachter Maler zeiget nicht die allerge-ringste Kentniß in Gebräuchen und Gewohnheitender Alten/ oder in ihren Formen/ sondern er ent-warf seine Sachen wie blindlings'/ und schuf eineneue Welt/ dergestalt / daß/ wen ein einziges vonseinen Stüken hätte alt sein können / das ganze Sy-stem der Kentnisse des Altertums umgeworfen sei»würde. Unter den Gemälden der Jesuiten z. B. istEvaminon daS/ wie er aus der Schlacht bei Man-tinea getragen wird/ und diesen Held hat er miteiner völligen Rü stu ng von Eisen/ wie sie in denalten Turnieren üblich war/ vorgestellet. Auf einemandern ist ein Thiergefechte in einem Amphi-theater/ und der vorsizende Prätor oder Kaiserhat den Arm auf den Grif eines bloßen Degens'/wie die aus dem dreissigjährigen Kriege sind/gestüzet. Die größte Fruchtbarkeit der Ideen diesesMalers bestehet in ungeheuren Priapen/ nnd seineBegriffe der Schönheit sind spillenmäßige/langgezogene Figuren. Da nun in Rom dieseArbeit fast durchgehend!? für daS/ was sie war/ er-kant wurde / ließ sich dennoch vor zwei Jahren einEngeländer verleite»/ für 600 Scudi von solchenStüken zu erhandeln.
K.-is. Nach den Gemälden sind die schönstenStatuen/ die merkwürdigsten Brustbilder/nnd einige kleine Figuren zu berühren. Vonmarmornen Statuen verdienen, auffer den bei-den zu Pferde/ zwo weibliche Figuren in Le-bensgröße/ wegen ihres' schön gearbeiteten Gewandes,